Pilze

Von einer vollständigen Erfassung aller Pilzarten ist man im Nationalpark Bayerischer Wald noch ein ganzes Stück entfernt. Es gibt einfach zu viele Schwammerl, wie die Lebewesen im Bairischen genannt werden. Sicher bestätigt sind mittlerweile über 2000 Arten, vermutet werden jedoch einige hundert mehr. Das liegt etwa daran, dass viele Pilze keine Fruchtkörper bilden und somit für den normalen Betrachter im Verborgenen bleiben.

Vier besonders spezielle Pilzvertreter der Region sind:

Rotrand-Porling: Dieser Baumpilz ist nahezu omnipräsent. Er lebt in der Region vor allem an Fichten, aber auch an Buchen, Tannen und anderen Laubhölzern. Der Porling profitiert stark vom hohen Vorkommen alter und toter Baumstämme. Außerdem ist die Art systemrelevant: Viele weitere Pilzgemeinschaften besiedeln nur Holz, das vorher bereits vom Rotrand-Porling genutzt wurde.

Zitronengelbe Tramete: Zu den Folgearten des Rotrand-Porlings zählt die Zitronengelbe Tramete, ein echter Urwaldpilz. Lange Zeit war diese extrem seltene Art deutschlandweit nur im Nationalpark Bayerischer Wald zu finden. Mittlerweile gibt es auch belegte Funde im Nationalpark Schwarzwald. Im Bayerwald ist dank des großflächigen Prozessschutzes wieder eine Ausbreitung der Zitronengelben Tramete zu beobachten.

Rosenduft-Feuerschwamm: Ein Pilz, der intensiv nach Rosen duftet? Ja, genau das ist dieser Porling, der seine flachen Fruchtkörper nur an mächtigen abgestorbenen Tannenstämmen bildet. Für das deutschlandweit einmalige Vorkommen trägt der Nationalpark eine globale Verantwortung. Auf der ganzen Welt ist der Rosenduft-Feuerschwamm nur an sechs weiteren Orten nachgewiesen.

Bleicher Schüppling: Der recht fotogene Pilz braucht alte, traditionsreiche Wälder als Lebensraum. Er siedelt nämlich nur an mächtigem Buchen- oder Fichtentotholz. Im Nationalpark Bayerischer Wald gibt es das einzige stabile Vorkommen dieser Zeigerart für naturnahe Wälder in ganz Deutschland.

 

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