Geschichte des Nationalparks Bayerischer Wald

Im Bayerischen Wald entstand 1970 der erste Nationalpark der Bundesrepublik Deutschland. Seitdem hat sich das Großschutzgebiet zu einem Vorreiter der Philosophie Natur Natur sein lassen entwickelt. Hier finden Sie einige Meilensteine in der Geschichte des Nationalparks Bayerischer Wald.

1938 bis 1939

Planungen für einen Nationalpark Böhmerwald sind entscheidungsreif. Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges verhindert jedoch die Realisierung.

1966

Naturschützer und Kommunalpolitiker greifen die Nationalparkidee erneut auf. Eine öffentliche Diskussion darüber folgt.

11. Juni 1969

Der Bayerische Landtag stimmt einstimmig für den Gründungs-Beschluss zur Errichtung eines Nationalparks im Gebiet zwischen Rachel und Lusen.

22. Juli 1969

Die Verordnung über die Errichtung des Nationalparks Bayerischer Wald wird erlassen.
Als Leiter des neu zu schaffenden Nationalparkamtes wird Dr. Hans Bibelriether nach Spiegelau
berufen.

2. Oktober 1969:

Der Fachbeirat Nationalpark Bayerischer Wald hält unter Vorsitz des Bayerischen Staatsministers für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Dr. Hans Eisenmann seine erste Sitzung ab.

3. November 1969:

Die Mitarbeiter des Nationalparkamts Bayerischer Wald nehmen ihren Dienst in Spiegelau auf.

7. Oktober 1970:

Der Nationalpark Bayerischer Wald wird feierlich durch Staatsminister Dr. Hans
Eisenmann eröffnet. Neben den Präsidenten des Bayerischen Landtags und des Bayerischen Senats,
mehreren Kabinettsmitgliedern und zahlreichen Abgeordneten sind auch gut 2000 Gäste aus der
Bevölkerung anwesenden.

1970:

Die Wisent-, Hirsch-, und Luchsgehege werden in Neuschönau errichtet.

1972:

Die International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN) erkennt den Nationalpark nach international gültigen Kriterien an.

10. Dezember 1972:

Für die Errichtung des geplanten Informationszentrums in Neuschönau wird vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben.

1. Juli 1973:

In St. Oswald wird im Zuge der forstlichen Gebietsreform ein Nationalparkforstamt
errichtet. Die fünf bislang am Nationalpark beteiligten Forstämter gehen darin auf.

1. August 1973:

Das Bayerische Naturschutzgesetz tritt in Kraft. Erstmalig wird der Begriff
Nationalpark definiert sowie Ziele und Aufgaben festgelegt.

7. Oktober 1974:

Das Jugendwaldheim des Nationalparks bei Schönbrunn am Lusen wird als erstes dieser Art in Bayern eröffnet. Pünktlich zum vierten Jahrestag der Nationalpark-Eröffnung übergibt Dr. Hans Eisenmann das Gebäude seiner Bestimmung.

1. September 1976:

Das Nationalparkamt in Spiegelau und das Nationalparkforstamt in St. Oswald werden nach Grafenau verlegt.

2. Oktober 1978:

Der Grundstein für das Nationalparkinformationszentrum in Neuschönau wird durch den Bayerischen Staatsminister Dr. Hans Eisenmann gelegt. Zeitgleich eröffnet seine Frau Irmgard Eisenmann das Waldspielgelände bei Spiegelau.

1. Januar 1979:

Eine neue Dienstordnung für die Nationalparkverwaltung wird durch das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten erlassen. In dieser werden die Auflösung des Nationalparkamtes und des Nationalparkforstamtes sowie deren Zusammenschluss zur Nationalparkverwaltung geregelt. Erster Leitung der Verwaltung wird Dr. Hans-Heinrich Vangerow.

23. November 1979:

Das Richtfest für das Nationalpark-Informationszentrum in Neuschönau wird gefeiert.

1. Dezember 1979:

Dr. Hans Eisenmann entbindet den Leiter der Nationalparkverwaltung, Dr. Hans-Heinrich Vangerow, von seinen Aufgaben. Neuer Chef der Nationalparkverwaltung wird der frühere Leiter des Nationalparkamtes, Dr. Hans Bibelriether. Sein Stellvertreter wird der ehemalige Vorsteher des Nationalparkforstamtes, Maximilian Waldherr. Dr. Hans Bibelriether leitet die Nationalparkverwaltung bis zum 31. März 1998.

1982:

Das neuerbaute Informationszentrum in Neuschönau wird feierlich eröffnet.

1. August 1983:

Ein gewaltiger Gewittersturm reist auf 90 Hektar Fläche rund 30.000 Festmeter Holz zu Boden. Minister Dr. Hans Eisenmann entscheidet, nicht mehr in die natürliche Entwicklung einzugreifen und in der Kernzone, die mittlerweile etwa 6500 Hektar groß ist, Windwürfe generell liegen zu lassen. Entstehen soll ein Urwald für unsere Kinder und Kindeskinder.

1986:

Der Nationalpark bekommt vom Europarat das Europäische Diplom für geschützte Gebiete verliehen.

1988:

Nach dem Tod von Dr. Hans Eisenmann am 21. August 1987 wird das Informationszentrum in Neuschönau umbenannt in Hans-Eisenmann-Haus.

20. März 1991:

Der Nachbar-Nationalpark Šumava wird gegründet. Zusammen bilden die beiden Nationalparks das größte zusammenhängende Waldschutzgebiet Mitteleuropas.

1. August 1992:

Die vom Bayerischen Landtag beschlossene Verordnung über den Nationalpark Bayerischer Wald tritt in Kraft.

1994:

Das Jugendwaldheim wird erweitert. Finanziert wird diese Maßnahme in Höhe von 1,6 Millionen Deutschen Mark aus den Nachlässen von Kunigunde Wessely und deren Tochter Dr. Luise Wessely.

1995:

Das Jugendwaldheim wird wiedereröffnet und trägt nun den Namenszusatz Wessely-Haus.

1995:

Das waldgeschichtliche Wandergebiet bei Finsterau wird eröffnet. Von 2010 bis 2012 folgte die grenzüberschreitende Neukonzeption unter dem Titel „Wege durch Natur und Zeit“.

1. August 1997:

Der Nationalpark wird auf Gebiete der Gemeinden Bayerisch Eisenstein, Lindberg und Frauenau erweitert. Mit dem Zuwachs des Areals zwischen Großem Falkenstein und Großem Rachel ist der Nationalpark nun über 24.000 Hektar groß. Im Zuge der Erweiterung wird das Forstamt Zwiesel in die Nationalparkverwaltung eingegliedert.

1998:

Das Junior-Ranger-Projekt wird gegründet.

1. April 1998:

Leiter der Nationalparkverwaltung wird Karl Friedrich Sinner. Er hat dieses Amt bis zum Eintritt in den Ruhestand am 30. April 2011 inne.

2002:

Das Wildniscamp am Falkenstein wird als zweite große Umweltbildungseinrichtung des Nationalparks eröffnet.

2003:

Die Nationalparkverwaltung ist nun eine Sonderbehörde des Bayerischen Umweltministeriums.

2006:

Der Nationalpark übernimmt das Waldgeschichtlichen Museum von der Gemeinde St. Oswald-Riedlhütte.

2006:

Der Bayerische Innovationspreis ehrt die Initiative Grenzenlose Waldwildnis in der Bärenregion
am Nationalpark Bayerischer Wald.

4. August 2006:

Bei Ludwigsthal wird das Haus zur Wildnis eröffnet.

2009:

Zusammen mit dem Nationalpark Šumava erhält der Nationalpark Bayerischer Wald die Auszeichnung als Transboundary Park.

2009:

Am Jugendwaldheim entsteht ein Anbau mit einem Seminar- und einem Computerraum.

2009:

Die Neukonzeption des Waldgeschichtlichen Museums in St. Oswald startet.

2009:

Der Nationalpark und der Naturpark Bayerischer Wald werden mit dem Fahrtziel-Natur-Award für das in der Region entwickelte ökologische Verkehrskonzept ausgezeichnet. Fahrtziel Natur ist eine Kooperation der drei großen deutschen Umweltverbände Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Naturschutzbund Deutschland (NABU) und Verkehrsclub Deutschland (VCD) sowie der Deutschen Bahn.

9. September 2009:

Der erste Baumwipfelpfad in Deutschland wird in Neuschönau, im
Nationalparkzentrum Lusen, eröffnet. Betreiber ist die Erlebnis Akademie AG.

2009/2010:

Im Hans-Eisenmann-Haus wird umgebaut. Die neue Ausstellung „Wege in die Natur - eine Geschichte von Wald und Menschen“ und das neue Café Eisenmann werden zum Jahreswechsel wieder in Betrieb genommen.

17. September 2010:

Nach dem umfangreichen Umbau wird das Erdgeschoss im Waldgeschichtlichen Museum St. Oswald wieder eröffnet.

1. Mai 2011:

Dr. Franz Leibl wird Leiter der Nationalparkverwaltung.

2011:

Das Elchgehege im Tier-Freigelände bei Neuschönau wird errichtet.

2011:

Die Bildungsarbeit des Nationalparks wird vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz mit dem Gütesiegel Umweltbildung.Bayern ausgezeichnet.

2012:

Der Umbau von Ober- und Untergeschoss im Waldgeschichtlichen Museum wird fertiggestellt.

2014:

Erneute Auszeichnung mit dem Gütesiegel Umweltbildung.Bayern.

9. bis 11. April 2014:

Der Bundesverband Naturwacht e.V. veranstaltet seine 20. Naturwacht-Fachtagung im Nationalpark Bayerischer Wald. Rund 100 Ranger aus aller Welt nehmen daran teil. Im Rahmen dieser Tagung feiert die Nationalparkwacht Bayerischer Wald ihr 40-jähriges Bestehen.

2015:

Erneut erhält der Nationalpark Bayerischer Wald zusammen mit dem Nachbar-Nationalpark Šumava die Auszeichnung Transboundary Park.

2015:

Das Commerzbank-Umweltpraktikum, welches im Nationalpark Bayersicher Wald seinen Anfang nahm, wird als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt gewürdigt.

Juli 2016:

Der Nationalpark und der Naturpark Bayerischer Wald werden mit dem Fahrtziel-Natur-Award für das in der Region weiterentwickelte ökologische Verkehrskonzept ausgezeichnet.

2017:

Bereits zum dritten Mal wird die Bildungsarbeit des Nationalparks vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz mit dem Gütesiegel Umweltbildung.Bayern ausgezeichnet.

Februar 2017:

Im Haus-zur-Wildnis wird die Marke von 1,5 Millionen Besuchern geknackt.

Mai 2017:

Rund 200 Forscher aus über 20 Ländern der ganzen Welt kommen zur internationalen Waldnaturschutztagung in den Nationalpark Bayerischer Wald.

August 2017:

Die mit Unterstützung des Staatlichen Bauamts Passau sanierte Racheldiensthütte wird wiedereröffnet. Ab sofort steht sie Ausflüglern im Sommerhalbjahr wieder als Einkehrmöglichkeit zur Verfügung.

nach oben nach oben