Unsere Hütten im Portrait

Themenhütten

Wiesenbett

Wiesebett

Die sanft geschwungene Form des Wiesenbettes charakterisiert die mitten auf der Wiese gelegene Hütte. Wie ein Auge ragt sie aus der Wiese empor. Die große Glasfront an der Westseite eröffnet den Ausblick auf die Wiese und die nähere Umgebung und schafft eine helle und sonnige Atmosphäre. Man schläft in duftig frischem Heu.

Erdhöhle

Erdhöhle

Die Erdhöhle gleicht in ihrer Form einer Halbkugel, die durch einen tunnelartigen Eingang erreicht wird. Fururistisch anmutende Rohre führen dem Baukörper die notwendige Lüftung zu. Innen verjüngen sich aufeinandergestapelte Baumstämme bis hoch zur Glaskuppel. Ein Ofen macht die Erdhöhle auch in der kälteren Jahreshälfte nutzbar. Man befindet sich im dämmrig sicheren Bauch der Erde, eingehüllt in den grünen Bewuchs der Außenhaut.

Baumhaus

Baumhaus

Ein Holzsteg führt in das luftige Innere des Baumhauses. In elf Metern Höhe, auf der Ebene der umgebenden Baumkronen, eröffnet sich die Perspektive von oben auf den Wald und sein Geschehen. Die Bewohner des Baumhauses schlummern auf blattförmigen Matratzen in Schlafnetzen und genießen die Vogelperspektive hoch über dem Waldboden.

Wasserhütte

Wasserhütte

Die Wasserhütte steht auf Stelzen, direkt über dem Geiselbach. Das Bächlein glitzert und gurgelt unter dem Haus hindurch. In dieser kühlen Hütte schläft man auf einfachen Doppelbetten, die nach den Bedürfnissen der jeweiligen Gruppe verschoben und angeordnet werden können. Vom überdachten Umgang aus kann man den Blick in die Aufichtenwälder des Nationalparks schweifen lassen, in denen bereits so mancher Baum vom Wind zu Boden geworfen wurde. Der Holzofen in der Wasserhütte lädt dazu ein, auch im Winter in der Wasserhütte zu übernachten.

Waldzelt

Waldzelt

Die Form des Waldzelts ist der Silhouette einer Baumkrone nachempfunden. Jedes Segment ist in einer eigenen Holzart ausgebaut. Um einen achteckigen Gemeinschaftstisch in der Hüttenmitte sind schlichte, bei Bedarf verschließbare Truhen angeordnet, die zur Aufbewahrung oder als Sitzgelegenheiten nutzbar sind. Sie können entsprechend den Bedürfnissen der Bewohner verschoben und angeordnet werden. Geschlafen wird auf einfachen Betten, von denen sich in jedem Segment der Hütte eines befindet. Ein Holzofen sorgt auch bei niedrigen Außentemperaturen für Atmosphäre und Wärme.

Lichtstern

Lichtstern

Der Lichtstern mit seiner Glaskuppel und einzelnen Armen, die alle durch verschieden farbige Glasscheiben abschließen, widmet sich in Architektur und Atmosphäre der Sonne in all ihren Facetten. Die Farbanordnung entspricht den Farben des Regenbogens, ein Farbkreis wie er sich bei den Kelten ebenso fand, wie bei indianischen Kulturen. Jeder Farbe ist zudem ein Tier zugeordnet, welches von der Scheibe aus über die schlafenden Bewohner wacht.

Zentralgebäude

Zentralgebäude

Das Zentralgebäude steht mitten drin im Geschehen. Es beherbergt alle zentralen Funktionen wie:

  • Speise- und Seminarraum
  • Sammellager
  • Spülküche
  • sanitäre Einrichtungen, erste Hilfe
  • Räume für Pädagogen, Lager, Technik

Die großflächigen Verglasungen des Speise- und Seminarraums geben den Blick frei auf die Themenhütten und den Bergwald des Nationalparks, über dem der Große Falkenstein thront.

Länderhütten

Benin

Benin

Im Gegensatz zu unserer gewohnten Vorstellung von Häusern meint „Haus“ in Afrika den von einer Mauer umgrenzten Raum – einen zivilisierten Ort, der sozusagen aus der umgebenden Wildnis ausgeschnitten ist. Die im Wildniscamp mit Hilfe unserer beninischen Partner aus dem Biosphärenreservat/Nationalpark Pendjari im Norden des Landes aufgebauten Lehmhütten sind ein Beispiel für ein solches afrikanisches Haus. Die „Compounds“ – so heißen sie mit Fachbegriff – sind eine lose Anordnung von mehreren kleinen, meist annähernd kreisförmigen Hütten um einen zentralen Hof. Nachts kann sich hier das Vieh aufhalten. Die Hütten sind zum Schutz gegen wilde Tiere und feindliche Angriffe – vor allem aber zur Schaffung von Privatsphäre – durch eine umlaufende Mauer „eingehaust“. Normalerweise schlafen in einer Hütte eine oder zwei Erwachsene oder drei bis vier Kinder in einem großen Bett. Wenn mehr Personen in einer Hütte schlafen sollen, dann auf Matten auf dem Boden. Die einzelnen Hütten sind wie unsere Zimmer als kammerartiger Individualraum gedacht.

Mongolei

Mongolei

Das mongolische Ger (Jurte) steht auf einer Holzplattform unter einem Holzpavillon und ist mit drei Betten ausgestattet. Die aus Scherengittern und kreisförmig angeordneten Dachstangen bestehende Grundkonstruktion ist mit Filz verkleidet und schließlich mit der charakteristischen weißen Außenhülle überzogen. Im Innern dominiert ein mit feinen Ornamenten geschmücktes Orange. Über 60% der Mongolen wohnen nach wie vor in Gers.
Die gesamte Konstruktion ist so beschaffen, dass sie innerhalb kürzester Zeit abgebaut, verladen und an einer anderen Stelle wieder aufgebaut werden kann, ideal für Nomaden. Entsprechend der mongolischen Tradition zeigt die Tür stets nach Süden. Die linke Seite ist die Seite der Frauen, des Haushaltes und der Familie. Die rechte Seite ist die Seite der Männer (dort lagert auch das Sattelzeug und Waffen) und die hintere Seite ist die Ehrenseite. Der mittlere Raum ist für den Alltag bestimmt und die vordere Seite, gleich neben der Tür, für die Arbeit, für nicht geehrte Leute, Tiere und Gegenstände. Der Hausherr weist den Gästen, zumindest den als wichtig erscheinenden (am wichtigsten erscheinen die Älteren und die Dicken!), Plätze zu.

Venezuela

Venezuela

Die venezolanische Cabaña ist in ihrer Bauweise typisch für die Paria Halbinsel im Norden des Landes. Die Hütte besteht aus einem Grundgerüst aus Caña barva (verwandt mit Zuckerrohr), welches zunächst mit Kokosnussschalen ausgefüllt und anschließend mit Lehm verputzt wurde. Das Dach besteht aus Wellblech, so wie es auch in Venezuela heute Gang und Gäbe ist. Einrichtungsgegenstände des venezolanischen Alltaglebens schmücken das Hütteninnere, wo die Hüttenbewohner in Hängematten schlafen. Die Cabaña im Wildniscamp wurde von Mitarbeitern der Fundacion Tomas Merle aus Venezuela gemeinsam mit Jugendlichen aus dem Bayerischen Wald gebaut.

Vietnam

Vietnam

Die traditionellen Hütten, die als Vorbild für das im Wildniscamp aufgebaute Langhaus dienten, haben zwei Türen (einen Eingang und einen Ausgang) und stehen auf Stelzen. Diese erhöhte Position bietet Schutz vor Überschwemmung und Tieren, wie Ratten oder Schlangen. Die Hütte im Wildniscamp ist im Stile der Volksgruppe der Thay gebaut. Da die Bewohner der ländlichen Gegenden keine Schuhe tragen, ist es – vor allem zur Monsunzeit – notwendig, sich vor dem Betreten der Hütte die Füße zu waschen. Es gibt weder Stühle noch Tische in den Hütten. Man sitzt und schläft auf Matten, die auf dem Hüttenboden liegen.

Brasilien

Brasilien

Pedrinho, Sohn eines brasilianischen Schamanen deckte im Bayerischen Wald das Dach der traditionellen Hütte ein und stellt uns das ‚Casa Amazônico‘ vor: „Dieses Haus ist aus regionalen Hölzern gebaut und hat ein Palmstrohdach. Normalerweise steht es in Amazonien in überschwemmten Gebieten. Während der Regenzeit ragen diese Behausungen oft nur wenig über die Wasserfläche hinaus. Einige Häuser stehen auf festem Grund, mit Pfählen und Pflöcken werden sie fest in den Boden gerammt. Ihr Fußboden liegt ca. 1 bis 2 Meter über der Erde. Andere werden wie Flöße auf Holzstämmen und Plattformen gebaut, so dass sie sich dem Wasserstand anpassen können und mit ihm sinken oder steigen. Sie tanzen gewissermaßen auf dem Wasser. Wer dort wohnt sind die ‚Caboclos‘, die Uferbewohner. Das sind Menschen die sich durch Fischfang und Jagd ernähren. Das Innere hat normalerweise nicht so viele Wände oder Unterteilungen in Zimmer, Bad, …. es gibt eigentlich keine Wände. Im Grunde schlafen alle Personen in Hängematten. Es gibt einen Tisch mit Teller und Topf, ‚Farinha‘ (Maniok-Mehl) und scharfe Gewürze“.

Bayern - Böhmen

Bayern - Böhmen

Ein Rindenkobel ist eine einfache Schutzhütte, die bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts von Waldarbeitern als Unterkunft im Wald genutzt wurde. Das Grundgerüst wurde aus Stangen und die „Hülle“ aus Rinde gefertigt. Gebaut wurden sie immer, wenn der tägliche Heimweg aus dem Wald ins Dorf zu weit war. Dann schliefen die Holzhauer während der Woche in den Rindenkobeln. War die Arbeit an einem Ort erledigt wurden die Rindenkobel wieder abgerissen.

Waldarbeiter, die selber noch in Rindenkobeln übernachteten, haben den Bau des Rindenkobels oder der „Lohhütte“ wie sie auch genannt wird, angeleitet. Gebaut wurde der Rindenkobel im Wildniscamp gemeinsam von tschechischen und deutschen Juniorrangern.

Sibirien

Sibirien

Das Sibirische Tschum erinnert in Aussehen und Aufbau an die bekannteren nordamerikanischen Indianertippis. Das Tschum ist das traditionelle Zelt der Nomaden Sibiriens, die mit ihren Rentierherden umherzogen und dies z. T. noch immer tun. Das Zelt wird getragen von bis zu 40 Stangen. Im Innern gibt es noch kleinere Innenzelte, die als „Schlafraum“ dienen, und neben einer Privatsphäre auch Schutz vor Mücken bieten. Die Möblierung ist sehr spärlich, bestenfalls finden sich kleine Bänke und Tische.

Das Tschum im Wildniscamp dient nicht als Übernachtungsplatz, wird jedoch als Gruppenraum genutzt.

Chile

Chile

Die Ruka der Mapuche-Indianer aus Chile hat einen traditionell ovalen Grundriss. In Chile finden sich Rukas sowohl mit Schilf als auch mit Holzdach. Die Bauweise dieser großen, in der Regel fensterlosen Häuser aus Holz und Lehm ist ebenso einfach wie variabel – gebaut wird mit den Materialien die verfügbar sind. Da die Mapuche die Erde als Mutter ansehen und nichts zwischen sich und der Erde haben möchten, verzichten sie bei der Ruka auf einen Fußboden. Die Türöffnung der Ruka weist immer Richtung Osten. Die mit Schilf gedeckte Ruka im Wildniscamp bietet auf zwei Ebenen auf podestartigen Liegeflächen ausreichend Raum zum schlafen.

Thoreau-Hütte

Thoreau-Hütte

Am 4. Juli 1845 zog Henry David Thoreau in eine kleine Hütte am Walden See nahe der Ortschaft Concord im US-Bundestaat Massachusetts. 2 Jahre, 2 Monate und 2 Tage lebte er in dieser Hütte. In den USA blühten zu dieser Zeit Handel und Wirtschaft, viele machten sich auf den Weg in den Westen. Doch Thoreau machte sich daran, eine andere Reiseroute zu entdecken – die zu sich selbst. Seiner Meinung nach hinderte die rasante Entwicklung in den USA die Menschen daran, selbstverantwortlich zu leben. Und so hielt er mit seinem Einzug in die kleine Hütte dem Lebensstil seiner Mitmenschen einen Spiegel vor. Er wollte zeigen, dass der Weg zu sich selbst bei den einfachen Dingen und einer gelassenen Gangart beginnt. Sein Bericht über das Leben in der Hütte am Walden See enthält erstaunliche ökologische Einsichten und ist heute ein Klassiker, der Autoren wie Hermann Hesse nachhaltig beeindruckte.

Der Verein Waldzeit e. V. hat einen Nachbau der Hütte Thoreaus im Wildniscamp am Falkenstein errichtet. Sie soll der äußere Rahmen für die Beschäftigung mit den Grundsätzen Thoreaus sein. Die Hütte im Wildniscamp hat zwei Betten und dient im sommer den betreuern der Länderhüttengruppen als Unterkunft.

Sommerküche

Sommerküche

Die Sommerküche ist die zentrale Anlaufstelle für Gruppen in den Länderhütten. Hier befindet sich nicht nur die komplett ausgestattete Selbstversorgerküche, sondern auch die sanitären Einrichtungen. Der Standard entspricht dem eines Campingaufenthalts.

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