INTERREG-Projekt

Grenzüberschreitende Umweltbildungsarbeit im oberösterreichisch-bayerischen Böhmerwald

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Logo - Grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Nationalparke Šumava und Bayerischer Wald
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Motivation:

Die Waldschule Böhmerwald, ein gemeinnütziger Verein auf österreichischer Seite, und das Jugendwaldheim, die älteste Umweltbildungseinrichtung im Nationalpark Bayerischer Wald, arbeiten seit 2017 eng zusammen. Gemeinsame Motivation ist es, mit der Umweltbildungsarbeit Menschen vor Ort, innerhalb und außerhalb der Einrichtungen, zusammenzubringen. Gleichzeitig soll ein grenzüberschreitender Austausch auf fachlicher und pädagogischer Ebene ermöglicht werden und so zwei Länder mit Ihren Schutzgebieten vernetzen. Denn als biogeografische Region beherbergt der Böhmerwald mehrere große Natura 2000-Gebiete: das Europaschutzgebiet (ESG) „Böhmerwald und Mühltäler“ liegt innerhalb des Projektgebietes auf österreichischer Seite, der Nationalpark Bayerischer Wald auf der bayerischen Seite. Auch der an beide Gebiete angrenzende Nationalpark Šumava ist Teil dieses europaweiten Natura 2000-Netzwerkes. Zentrales Thema ist die Biodiversität im Böhmerwald mit all ihren Facetten und ihrer Bedeutung für die gesamte Region. Damit soll verdeutlicht werden, wie notwendig ein grenzüberschreitendes Netz an Schutzgebieten ist, um Arten- und Lebensraumvielfalt zu erhalten.

Umsetzung des Projekts - drei Jahre Arbeit

Bildungsprogramme zu Biodiversität: Herzstück der Arbeit ist das Thema Biodiversität mit seinen Aspekten Artenvielfalt, Vielfalt der Gene sowie Vielfalt der Lebensräume. Rund um die Vielfalt des Lebens wurden neue Umweltbildungsprogramme entwickelt, getestet und in das Angebot der Einrichtungen aufgenommen. Mit der Biodiversität als Grundbaustein wurden zu vier weiteren Themen Konzepte erarbeitet. Die Themen sind im Besonderen:

• Biodiversität im Böhmerwald
• Totholz?! – Voller Leben
• Boden – Da steh´ ich drauf
• Vielfalt rund um das Wasser
• Natura 2000 im Böhmerwald

In enger Zusammenarbeit und intensiver Auseinandersetzung zwischen den Einrichtungen wurden die Bildungsprogramme inhaltlich ausgestaltet. An mancher Stelle haben externe Fachleuten geholfen. Forscher aus den Einrichtungen und der gesamten Region haben dazu wichtige Inhalte und Denkanstöße geliefert. In Pilotmaßnahmen wurden die neuen Konzepte und entwickelten Materialien auf Herz und Nieren getestet, zum Beispiel das Bildermemory „Biodivers Memorieren“ mit Fotos der heimischen Artenvielfalt oder das Forschertagebuch, ein Erlebnisheft, dass alle Programme in sich vereint und mit denen im Gelände die gesammelten Entdeckungen festgehalten werden können. Mit der Arbeit knüpfen wir damit an das Interreg-Projekt Natur-Mensch-Technik (2009 – 2012) im Jugendwaldheim an und erweitern dessen Inhalte.


 

Bauliche Vorhaben: In den Wäldern rund um das Jugendwaldheim finden sich seit 2019 dank des Projekts nun drei regensichere Unterstände. So kann unabhängiger vom Wetter im Wald mit den Gruppen gearbeitet und damit das Gelände nahezu ganzjährig genutzt werden. Diese neu entstandenen Räume im Freien bieten kleinen Gruppen von bis zu zwölf Kindern Platz für kreatives Arbeiten oder einfach nur im Trockenen zu sitzen und dem Regen im Wald beim Fallen zuzusehen, Tiere zu beobachten oder als Gruppe im Kreis den Tag im Wald zu beginnen oder abzuschließen. In der Böhmerwaldschule sind neue, gemütliche Gruppenräume entstanden, um das Angebot für schlechtes Wetter im Innenbereich zu erweitern.

Gestaltung von Informationstafeln zu Natura 2000: Die zentralen, verbindenden Elemente des Projekts sind die Natura 2000-Schutzgebiete. Mit kindgerechten Informationstafeln wird auf das europaweite Schutzgebietsnetz „Natura 2000“ und die Schutzgebiete vor der Haustüre aufmerksam gemacht. Vor allem sollen Kinder und Jugendliche für die Thematik sensibilisiert werden. Der Fokus liegt dabei auf den geschützten Arten und Lebensräumen, die den Böhmerwald besonders auszeichnen und die man vor Ort direkt entdecken kann. Die Tafeln stehen dank integrierter QR-Codes in drei Sprachen (Deutsch, Englisch, Tschechisch) zur Verfügung.

Ebenen der Vernetzung: Ziel des Projekts ist, den Böhmerwald durch gemeinsame Umweltbildungsarbeit zu vernetzen und verbindende Strukturen für eine langfristige Zusammenarbeit zwischen den Einrichtungen und deren Partnern aufzubauen und zu gestalten. Die Vernetzung erfolgte auf verschiedenen Ebenen der bestehenden Institutionen und wird über die Projektlaufzeit hinweg fortgesetzt:

• Als direkte Zusammenarbeit zwischen den Bildungseinrichtungen Böhmerwaldschule und Jugendwaldheim
• Vernetzung von bayerischen und österreichischen Schulklassen über die Teilnahme an einem gemeinsamen Projekt
• Gemeinsame, grenzüberschreitende Lehrerfortbildungen
• Schulung und Weiterbildung der Naturvermittler und Waldführer zur Umsetzung der neuen Programme

Zielgruppen:: Die Zielgruppen, an die sich das Projekt richtet, sind breit gefächert. So werden neben Besuchern der Region auch die Bevölkerung angesprochen, insbesondere Schulklassen aller Stufen. Eine besondere Rolle spielen dabei die Ehrenamtlichen, die österreichischen Naturvermittler der Böhmerwaldschule sowie die Waldführer des Nationalparks Bayerischer Wald, da diese die Bildungsprogramme umsetzen und an Kinder, Jugendliche und Erwachsene vermitteln. Auch die Zusammenarbeit mit dem Nationalpark Šumava spielt eine wichtige Rolle, da er die beiden Projektpartner nicht nur räumlich, sondern auch inhaltlich verbindet.

Erreichte Projektziele - Wertschöpfung für eine ganze Region

Was wir erreicht haben – für unsere Besucher und die Region Böhmerwald:

• Drei regensichere Unterstände auf bayerischer Seite, ein barrierefreier Zugang sowei neue Gruppenräume auf österreichischer Seite haben Platz in und um die Einrichtungen gefunden.
• Zwei kindgerechte Informationstafel empfangen die Teilnehmer am Eingangsbereich der Einrichtungen und informieren über die Natura 2000-Gebiete vor Ort.
• Fünf neue Programme erweitern das Umweltbildungsangebot, neue Materialien und technische Ausstattung bereichern die tägliche Arbeit mit den Besuchern. Aktuelle Forschungsergebnisse lieferten wichtige Bausteine und wurde in verständliche und interessante Module umgewandelt.
• In zahlreichen Schulungen und Fortbildungen wurden die Ehrenamtlichen vor Ort, Lehrkräfte und externe Interessierte geschult und weitergebildet.
• Zahlreiche Schüler, Besucher und viele weitere Interessierte haben die neuen Räume besucht sowie die entwickelten Formate getestet und für „gelungen“ befunden.


Finanzierung:

  • INTERREG Österreich - Bayern 2014 – 2020
  • EU-Mittel (EFRE)

Ansprechpartner

Rita Gaidies
Leiterin Jugendwaldheim
Rita.Gaidies@npv-bw.bayern.de

Kooperationspartner

Veröffentlichungen

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