Wölfe in den Nationalparken Bayerischer Wald und Šumava

Seit 2015 ist der Wolf wieder in der grenzüberschreitenden Region der Nationalparke Bayerischer Wald und Šumava heimisch. Auf dieser Sonderseite stehen alle relevanten Informationen zur Rückkehr der Tiere zur Verfügung. So gibt es im Frage-und-Antwort-Bereich einen historischen Abriss, eine ökologische Betrachtung, ein Artporträt, Informationen zum Aufeiandertreffen von Wolf und Mensch, eine Beschreibung aktueller Forschungstätigkeiten sowie einen kurzen Einblick in den Herdenschutz. Die FAQ basiert in großen Teilen auf Informationen des Landesamts für Umwelt. Zudem sind am Ende der Seite bisher erschienende Artikel zum Thema verlinkt.

 

Terminankündigung:
Wissenschaftlicher Vortrag am 14. April

 

Unter dem Titel "Ökologische Auswirkungen der Rückkehr der Wölfe auf das Ökosystem Šumava/Bayerischer Wald" findet am Dienstag, 14. April, ein wissenschaftlicher Vortrag statt. Die Veranstaltung ist öffentlich, eine Anmeldung ist nicht nötig. Der Eintritt ist frei. Los geht's um 18 Uhr im Hans-Eisenmann-Haus bei Neuschönau. Referent ist Prof. Marco Heurich, Leiter des Sachgebiets Nationalparkmonitoring und Tier-Freigelände.

 

Wolf im Tier-Freigelände

Wolf im Tier-Freigelände.
Foto: Sascha Rösner

Fotofallen-Aufnahme des ersten Wolfspaars in der Region

Fotofallen-Aufnahme des ersten Wolfspaars in der Region.

Wölfe im Tier-Freigelände

Wölfe im Tier-Freigelände.
Foto: Hannah Pepe

 

Faktencheck: Alle Infos zum Wolf in der Region

 

Geschichte und Rolle der Wölfe im Bayerischen Wald


Wann wurden die Wölfe ausgerottet?

Der Wolf gehört eigentlich seit jeher zur natürlichen Artausstattung des Bayerischen Waldes und Böhmerwalds. Doch die Menschen sahen ihn als Gefahr und rotteten ihn aus. 1848 wurde das letzte Tier auf bayerischer Seite geschossen.

Wie kamen die Wölfe in den Bayerischen Wald?

2015 wurde mittels einer Fotofalle erstmals ein Wolf im Nationalpark Bayerischer Wald nachgewiesen. Im Sommer 2017 dokumentierte eine automatisch auslösende Videokamera vier Jungtiere. Es war der erste Wolfsnachwuchs in Bayern seit über 150 Jahren. Die Elterntiere - eine Wölfin, die aus Polen eingewandert ist, und ein Wolf, der aus der italienischen Population stammt - hatten sich 2016 in der Region gefunden und damit eine Verbindung zwischen der zentraleuropäischen und der alpinen Wolfspopulation hergestellt.

Wie viele Wölfe leben derzeit im Böhmerwald?

Im kompletten, grenzüberschreitend betrachteten Böhmerwald lebten im Wolfsjahr 2024/2025 fünf Rudel, fünf Paare und sieben einzelne Tiere ohne Territorium; insgesamt mindestens 39 Tieren (28 adulte und subadulte Tiere und elf Jungtiere). Die meisten dieser Tiere stammen aus der hiesigen Population, es sind aber auch immer wieder Tiere - vor allem aus der zentraleuropäischen Population - zugewandert. Gleichzeitig sind auch Tiere aus unserer Population abgewandert und haben zum Beispiel im Thüringer Wald und Erzgebirge Rudel etabliert. Im Jahr 2025 konnte im Nationalpark Bayerischer Wald Nachwuchs nachgewiesen werden: Bei zwei Rudeln gab es insgesamt zehn Welpen.

Gehört der Wolf in das Ökosystem des Nationalparks?

In der Nationalparkverordnung ist das Ziel festgelegt, das Wirken der natürlichen Umweltkräfte und die ungestörte Dynamik der Lebensgemeinschaften zu gewährleisten sowie zwischenzeitlich ganz oder weitgehend aus dem Gebiet zurückgedrängten Tier-, Pilz- und Pflanzenarten eine artgerechte Wiederansiedlung zu ermöglichen. Ziel ist es letztendlich, eine für Mitteleuropa charakteristische Lebensgemeinschaft zu erhalten. Und dazu gehören natürlich auch die Tier-, Pilz-, und Pflanzenarten. Der Wolf war ein Waldbewohner der Region. Vor zehn Jahren ist er von selbst wieder eingewandert und lebt nun hier. Damit ist er ein integraler Bestandteil der Waldökosysteme des Nationalparks.

Welche Rolle spielen Wölfe im Ökosystem?

Wölfe wirken im Ökosystem hauptsächlich durch direkte Prädation und indirekte Verhaltenswirkungen auf ihre Beutetiere. Sie reduzieren dadurch lokal zum Beispiel die Dichte von Hirschen und Rehen und beeinflussen deren Verhalten. Die Prädation erfolgt dabei nicht zufällig, sondern mit einer selektiven Entnahme von jungen, alten oder konditionell geschwächten Beutetieren. Darüber hinaus kann die Anwesenheit von Wölfen zu einer veränderten Raumnutzung der Beutetiere führen, insbesondere durch die Meidung offener Flächen. Diese indirekten Effekte können lokal zu einer Reduktion des Fraßes an Gehölzen beitragen. Kadaver aus Wolfsrissen stellen eine temporäre, räumlich konzentrierte Nahrungsquelle für Aasfresser sowie Bakterien und Pilze dar und beeinflussen Stoff- und Energieflüsse innerhalb des Ökosystems.

Können Wölfe in den Tier-Freigeländen beobachtet werden?

Zur Umweltbildung unterhält der Nationalpark Bayerischer Wald zwei Tier-Freigelände - und zwar im Nationalparkzentrum Lusen bei Neuschönau und im Nationalparkzentrum Falkenstein bei Ludwigsthal. In beiden Besuchereinrichtungen existieren Wolfsgehege, an denen man die Tiere mit etwas Glück erspähen kann.

 

Der Wolf im Porträt


Wie unterscheidet man einen Wolf von einem Hund?

Wölfe sind hochbeiniger als viele Hunderassen. Die Ohren sind relativ klein und dreieckig. Wölfe haben einen buschigen Schwanz und oftmals eine schwarze Schwanzspitze. Auf der Schulter befindet sich ein Sattelfleck und das Gesicht ist dunkel mit hellen bis weißen Partien seitlich am Fang. Die Unterscheidung von Wölfen und wolfsähnlichen Hunden ist nur von Experten möglich. Eine eindeutige Zuordnung ist jedoch bei manchen Tieren nur über eine genetische Analyse möglich.

Wie leben Wölfe?

Wölfe leben in Rudeln, die sich als Familienverband aus den Elterntieren, den Jungen des Vorjahres und den Welpen zusammensetzen. Die Paarungszeit (Ranz) ist im Februar und März, nach gut zwei Monaten Tragzeit werden durchschnittlich vier bis sechs Junge geboren. Im Alter von einem bis eineinhalb Jahren verlassen geschlechtsreife Tiere das Rudel. Jedes Rudel nutzt ein eigenes Territorium, dessen Größe von der verfügbaren Nahrung abhängt.

Wie groß sind die Streifgebiete von Wölfen?

Die bisher erhobenen Daten des Nationalparks haben ergeben, dass die Streifgebiete der Wölfe im Böhmerwald durchschnittlich 17 000 Hektar groß und die Kerngebiete – also die Bereiche, in denen sie sich vorwiegend aufhalten - 2 800 Hektar groß sind.

Wie viele Kilometer können Wölfe pro Tag zurücklegen?

Die täglichen Laufwege hängen von mehreren Faktoren ab, wie von der Größe der Kern- und Streifgebiete, der Rudelgröße und der Beutetierverteilung. Ein durchschnittlicher territorialer Wolf legt in einer Nacht fünf bis 30 Kilometer zurück. Nachdem sie einen Rothirsch frisch erbeutet haben, kann es aber auch sein, dass sich die Tiere gar nicht bewegen, weil das Fleisch länger ausreicht.

Was fressen Wölfe?

Der Wolf hat ein breites Nahrungsspektrum. Es reicht von Aas über Kleinsäuger bis zu großen Huftieren. Im Nationalpark jagen Wölfe bevorzugt Rothirsche, Rehe, Biber und Wildschweine. Ein Wolf nutzt die für ihn am leichtesten zugängliche Nahrung, weshalb er, wenn möglich, weniger wehrhafte Beutetiere jagt, also Jungtiere oder alte, kranke und schwache Tiere. Dieses Vorgehen dient auch dazu, um das Risiko bei einem Angriff, selbst verletzt zu werden, zu minimieren. Wo genügend wilde Beutetiere vorkommen, bevorzugt der Wolf diese. Allerdings können auch unzureichend geschützte Nutztiere zur Beute werden.

Wie jagen Wölfe?

Wölfe verfügen über einen exzellenten Geruchssinn und ein ausgezeichnetes Gehör und können ihre Beute deshalb auch über weite Distanzen lokalisieren. Hat das Rudel Beute gewittert, nähert es sich vorsichtig an. Wölfe sind primär Ausdauer- oder Hetzjäger. Sie können Beutetiere kilometerweit verfolgen, um sie zu ermüden oder eine günstige Gelegenheit zum Angriff abzuwarten. Es hat sich allerdings gezeigt, dass Wölfe auch die Lauerjagd einsetzen, wenn die Umgebung, beispielsweise in totholzreichen Waldgebieten, dies begünstigt. Im Rudel übernimmt jedes Tier spezifische Aufgaben, oft basierend auf Alter und Erfahrung. Dadurch können sie auch Tiere erlegen, die deutlich größer sind als sie selbst.

Über welche Sinne verfügen Wölfe?

Wölfe verfügen über ein gutes Nachtsehen. Aufgrund ihres sehr ausgeprägten Geruchssinns sind Wölfe in der Lage, Artgenossen und Beutetiere über eine Distanz von bis zu zwei Kilometern zu wittern. Mit ihrem guten Gehör können sie das Heulen anderer Wölfe bis zu zehn Kilometer weit vernehmen. Durch das oft gemeinsame Heulen wird das Territorium akustisch markiert und Kontakt zu Artgenossen aufgenommen.

 

Wolf und Mensch


Wie verhalte ich mich, wenn ich im Nationalpark auf einen Wolf treffe?

Der Wolf reagiert auf den Anblick von Menschen vorsichtig, ergreift aber nicht immer sofort die Flucht. Oft zieht sich das Tier langsam und gelassen zurück. Falls eine Begegnung stattfindet, beachten Sie bitte folgende Regeln: Verhalten Sie sich respektvoll dem Tier gegenüber. Laufen Sie nicht weg oder dem Wolf hinterher. Ziehen Sie sich stattdessen langsam zurück. Falls Sie einen Hund dabeihaben, sollten Sie diesen in jedem Fall anleinen und nahe bei sich behalten. Wenn Ihnen der Wolf zu nahe erscheint, machen Sie auf sich aufmerksam. Sprechen Sie laut, gestikulieren Sie oder machen Sie sich anderweitig deutlich bemerkbar. Auf keinen Fall sollten Sie Wölfe füttern, da die Tiere sonst Menschen mit Futter verbinden und eventuell aktiv die Nähe suchen. Im Übrigen ist es gesetzlich verboten, Wölfe zu füttern. Wolfsbeobachtungen im Nationalpark sollten der Nationalparkverwaltung via Kontaktformular gemeldet werden.

Können Wölfe dem Menschen gefährlich werden?

Berichte über Angriffe aus früheren Jahrhunderten lassen sich zum größten Teil auf tollwütige Wölfe zurückführen. Deutschland ist in Folge der Ausbringung von Impfködern seit 2008 tollwutfrei. Prädatorische Angriffe - also Fälle, in denen Wölfe Menschen angreifen, um sie zu fressen - sind auch in historischen Aufzeichnungen eine extreme Ausnahme und mit sehr speziellen Umweltbedingungen verbunden: Beispielsweise Gebiete mit stark fragmentierten Lebensräumen, mit extrem niedrigen Beutetierbeständen oder mit Wölfen, die sich von Nutztieren und Abfall ernähren. Unter solchen Umständen befinden sich Kinder in einer sehr angreifbaren Situation, wenn sie etwa Vieh im Wald hüten. Im heutigen Europa ist das Risiko, dass Wölfe ein solches Verhalten erlernen, sehr gering. Die instinktive Vorsicht, die Wölfe Menschen gegenüber zeigen, kann sich allerdings deutlich verringern, wenn die Tiere gezielt angelockt oder angefüttert werden. Dann kann es zu problematischem Verhalten kommen.

Warum sieht man immer wieder Wölfe in Siedlungsgebieten?

Junge Wölfe wandern durch eine Landschaft, die sie nicht kennen. Es kann immer wieder vorkommen, dass sie dabei auch einmal in einer Ortschaft zu sehen sind. Im Einzelfall können besonders Jungtiere dem Menschen gegenüber unerfahren und neugierig sein. Dies stellt aber keine Gefährdung des Menschen dar.

 

Forschung in den Nationalparken Bayerischer Wald und Šumava


Wie wird die Wolfspopulation erforscht?

Seit der Anwesenheit des Wolfes haben die Verwaltungen der beiden Nationalparke Bayerischer Wald und Šumava ein Monitoring der Wölfe in den Nationalparken etabliert. Dabei werden die Schutzgebiete im Rahmen des Interreg-Programms der Europäischen Union mit Förderungen unterstützt. Durch die Arbeit lernen die Wissenschaftler mehr über diese Tiere und ihr Verhalten, was für das Zusammenleben von Mensch und Wolf von großer Bedeutung ist. So können die Nationalparkverwaltungen sachliche Informationen für die Diskussion liefern.

Welche Daten werden bei dem Forschungsprojekt gesammelt?

Um Daten zu erhalten, wo sich die Wölfe aufhalten, kommen mehrere Methoden zum Einsatz. Neben Kamerafallen und dem Monitoring von anderen Aufenthaltsnachweisen, wie Spuren, Kot oder Beutereste, fließen auch die Daten von besenderten Wölfen mit ein. Auf tschechischer Seite wurden bis Ende 2025 elf Wölfe besendert. Die Kamerafallen helfen auch, Rückschlüsse auf die Populationsdichte und die räumliche Verteilung von deren Beutetieren zu ziehen. Zusätzlich werden auch Rothirsche mit GPS-Halsbändern ausgestattet, um Rückschlüsse auf Veränderungen in deren Verhalten nach Rückkehr der Wölfe zuziehen. In einem dritten Schritt wird im Rahmen des Projektes die Waldverjüngung in den Nationalparken untersucht, um herauszufinden, wie sich die Anwesenheit der Wölfe auf den Fraß von Rehen und Rothirschen an jungen Bäumen auswirkt.

 

Herdenschutzmaßnahmen und Wolfsrisse


Müssen Nutztiere in Wolfsgebieten geschützt werden?

Ja. Wölfe bevorzugen zwar wildlebende Huftiere als Nahrungsgrundlage, daneben werden aber auch immer wieder ungeschützte Weidetiere erbeutet. Nutztiere haben mit zirka ein bis zwei Prozent in Deutschland jedoch nur einen sehr geringen Anteil an der Wolfsnahrung. Um dennoch Risse von Nutztieren zu vermeiden, müssen in Wolfsregionen flächendeckend Schutzmaßnahmen ergriffen werden. Bei der Mehrzahl der bisherigen Angriffe auf Weidetiere in Deutschland war kein oder mangelhafter Herdenschutz vorhanden.

Was passiert bei einem mutmaßlichen Nutztierriss?

Ein Verdacht auf einen Übergriff durch einen großen Beutegreifer muss zeitnah an die Fachstelle "Große Beutegreifer" des Landesamtes für Umwelt (LfU) gemeldet werden. Das LfU nimmt Kontakt mit dem Nutztierhalter auf, um sich über genauere Angaben und bestmöglich schon Bildmaterial einen Eindruck von der Situation zu verschaffen. Liegen mögliche Indizien für eine Beteiligung großer Beutegreifer vor, dokumentiert ein Mitglied des "Netzwerks Große Beutegreifer" vor Ort das Ereignis und sichert mögliche Spuren. Liegt ein begründeter Verdacht auf Beteiligung eines Wolfes vor, wird der Tierkörper von einem Veterinär an der zuständigen Tierkörperbeseitigungsanstalt detailliert untersucht. Untersucht werden Spuren, mögliche Risse, Funde von Losung oder Haaren. Aber auch tote, wolfsähnliche Tiere, die etwa im Straßenverkehr umgekommen sind, werden möglichst unmittelbar nach der Meldung vor Ort untersucht. Zudem werden genauere Analysen, wie zum Beispiel genetische Untersuchungen von möglichen Speichelspuren an Bisswunden durchgeführt. Informationen zu Entschädigungen gibt es beim Landesamt für Umwelt.

Wie kann man Nutztiere schützen und wer ist Ansprechpartner?

Je nach Haltungsform der Nutztiere gibt es eine Reihe von Möglichkeiten zur Vorbeugung von Schäden. Dies kann geschehen durch Zäunung, Behirtung und den Einsatz von Herdenschutzhunden. Die Richtlinie zur Förderung von Investitionen in Herdenschutzmaßnahmen gegen Übergriffe durch den Wolf (FöRIHW) beschreibt die Grundlagen und Rahmenbedingungen des Förderprogramms für Anschaffungen zum Schutz von Nutztieren. Das Merkblatt zur Richtlinie zur Förderung von Investitionen in Herdenschutzmaßnahmen gegen Übergriffe durch den Wolf enthält nähere Erläuterungen für die Nutztierhalter. Unter anderem wird dort spezifiziert, welche Anforderungen an Herdenschutzzäune und Herdenschutzhunde aktuell bestehen.

Die Förderkulissen für Herdenschutzhunde und Herdenschutzzäune werden im Internetangebot des LfU veröffentlicht (Förderung Herdenschutz Wolf - LfU Bayern). Bei Ereignisgebieten ist für die Förderkulissen der aktuelle Zeitraum der Ausweisung angegeben. Die aufgrund standorttreuer Tiere ausgewiesenen Förderkulissen werden regelmäßig am Ende eines Kalenderjahres mit den Monitoringdaten der vergangenen beiden Jahre abgeglichen und gegebenenfalls die Ausdehnung angepasst.

Bezüglich Herdenschutzmaßnahmen sind die örtlichen Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten für die Beratung von Nutztierhaltern hinsichtlich notwendiger Herdenschutzmaßnahmen zuständig. In den Landkreisen Freyung-Grafenau und Regen ist dies das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Regen. Für Herdenschutzhunde ist das Landesamt für Umwelt zuständig. Darüber hinaus bietet das Landesamt für Umwelt auf seiner Internetseite ein ausführliches Informationsangebot rund um den Wolf an. Dort sind auch alle relevanten Förderrichtlinien zu finden:

Informiert der Nationalpark auch über Herdenschutz?

Die Nationalparkverwaltung möchte dazu beitragen, die Anwesenheit des Wolfes in der Region möglichst konfliktarm zu gestalten. Dies betrifft insbesondere auch den Bereich der Nutztierhaltung innerhalb des Nationalpark-Gebietes. In ihrem direkten Zuständigkeitsbereich (Tier-Freigelände, Schachtenbeweidung) ist es Ziel des Nationalparks, den Herdenschutz vorbildlich umzusetzen, um in der Region als Modell dienen zu können. Darüber hinaus sieht die Nationalparkverwaltung eine besondere Verantwortung gegenüber Nutztierhaltern auf nationalparkeigenen Flächen („Pächter“) sowie gegenüber Nutztierhaltern in Nationalpark-Enklaven. Hier sorgt die Nationalparkverwaltung für ausführliche Informationen und für die Vermittlung von Ansprechpartnern. Die Nationalparkverwaltung hält als Sofortmaßnahme nach einem erfolgten Wolfsangriff auch ein mobiles Weidezaunsystem bereit. Dieses kann kurzzeitig (bis zur Ertüchtigung des eigenen Zaunes) zum Schutz der Herde entliehen werden. Außerhalb des Nationalparks endet die Zuständigkeit der Nationalparkverwaltung. Generell wird Nutztierhaltern in der Nationalparkregion aufgrund der Wolfsanwesenheit empfohlen, ihre Tiere zu schützen und gegebenenfalls Kontakt mit dem Landesamt für Umwelt aufzunehmen.

 

Genutzte Quelle: Landesamt für Umwelt

 

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