Erforschung der Biologischen Vielfalt aus dem All

Wissenschaftler aus 30 Ländern arbeiten seit fünf Jahren an Fernerkundungs-Verfahren im Nationalpark Bayerischer Wald - Treffen in Neuschönau

Pressemitteilung Nr. 72/2019

Datum: 23.07.2019

Beim Treffen im Hans-Eisenmann-Haus in Neuschönau tauschten sich die Forscher des Fernerkundungs-Netzwerkes über die aktuellen Ergenisse der laufenden Projekte aus. (Foto: Annette Nigl / Nationalpark Bayerischer Wald)

Beim Treffen im Hans-Eisenmann-Haus in Neuschönau tauschten sich die Forscher des Fernerkundungs-Netzwerkes über die aktuellen Ergenisse der laufenden Projekte aus. (Foto: Annette Nigl / Nationalpark Bayerischer Wald)

Neuschönau. Kann man mit Hilfe von Satelliten den Chlorophyllgehalt von Blättern messen und erkennen, ob eine Fichte mit dem Borkenkäfer befallen ist? Oder ermitteln, wo die besten Habitate für Rothirsche sind? Ja, kann man. Seit fünf Jahren beschäftigen sich im Rahmen einer Datenpoolinitiative Wissenschaftler aus 30 Ländern an Forschungsprojekten, in denen es um Fernerkundung geht.  

Beim jährlichen Treffen des Netzwerkes im Hans-Eisenmann-Haus in Neuschönau gaben die Forscher einen Überblick über laufende Projekte und aktuelle Ergebnisse. „Unser Ziel ist es, mit Hilfe der Fernerkundung Monitoringverfahren zu entwickeln, mit denen Rückschlüsse auf die biologische Vielfalt in einem Gebiet getroffen werden können“, erklärt PD Dr. Marco Heurich, Koordinator der Initiative und Leiter des Sachgebietes Monitoring im Nationalpark Bayerischer Wald. „Diese Verfahren sollen dann nicht nur im Nationalparkgebiet, sondern auch für weltweite Erhebungen eingesetzt werden können.“

"Qualität mindestens so gut wie die von Bodenerhebungen“

Radarmessungen oder Hyperspektral-Aufnahmen mit der Drohne, dem Hubschrauber oder eben auch mit Satelliten gehören zu den Arbeitsmethoden der Forscher. „Die Fernerkundung, auch aus dem All, liefert mittlerweile flächige Daten vom Nationalpark, die in ihrer Qualität mindestens so gut sind wie die von Bodenerhebungen“, so Heurich, der auf die Vorteile dieser Methoden hinweist. „Fernerkundung ist deutlich günstiger und hat eine größere flächige Ausdehnung.“

Nach fünf Jahren Forschungsarbeit zieht Marco Heurich daher eine positive Bilanz. „Bereits sechs Studenten haben erfolgreich ihre Doktorarbeit und ein Mitarbeiter seine Habilitation abgeschlossen.“ Derzeit arbeiten weitere sechs Doktoranden innerhalb des Projekt . Was laut Heurich von großer Bedeutung ist, ist die Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt und seinem tschechischen Pendant Czech Globe. Diese Kooperation ermöglicht es den Forschern, immer die neuesten Sensoren im Nationalpark zu testen. „Aktuell sind das ein Hyperspektrometer auf der Internationalen Raumstation und das Global Ecosystems Dynamics Investigation Instrument der NASA.“

Bildunterschrift: Beim Treffen im Hans-Eisenmann-Haus in Neuschönau tauschten sich die Forscher des Fernerkundungs-Netzwerkes über die aktuellen Ergenisse der laufenden Projekte aus. (Foto: Annette Nigl / Nationalpark Bayerischer Wald)

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