Interreg-Projekt: BioBeaver

Interreg-Flaggfen - Freistaat Bayern - Tschechische Republik
Logo - INTERREG Bayern - Tschechien 2021-2027

 

Der Einfluss des Bibers auf die Biodiversität und Hydrologie in den Nationalparks Bayerischer Wald und Šumava

Finanzierung:

Das Projekt wird zu 80% von der Europäischen Union aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung kofinanziert.

Kooperationspartner:

Ansprechpartner:

Lucia Jobst
Projektmitarbeiterin
Lucia.Jobst@npv-bw.bayern.de

Marco Carapellese
Projektmitarbeiter
Marco.Carapellese@npv-bw.bayern.de

Prof. Dr. Marco Heurich
Sachgebietsleiter
marco.heurich@npv-bw.bayern.de

 

Luftbildaufnahme eines Gebiets mit Biberdämen und aufgestauten Bächen. Foto: Benrd Fischer

Motivation:

Der europäische Biber starb Ende des 19ten Jahrhunderts sowohl in Bayern als auch in Tschechien aus. Durch Wiederansiedlungen seit den 1960ern erholten sich die Population weitestgehend, und der Biber bevölkert wieder flächendeckend die beiden Länder. In Bayern werden die Zahlen auf circa 22 000 und in Tschechien auf etwa 15 000 Individuen geschätzt. Zur Jahrtausendwende wurden die ersten Biber auch im Nationalpark Bayerischer Wald gesichtet. Seither wird ein jährliches Monitoring der Biberpopulation durchgeführt. Die Auswertung des letzten Durchganges ergaben etwa 20 aktiv besiedelte Biberterritorien. Auch der Šumava Nationalpark ist wieder flächendeckend besiedelt.

Biber werden häufig als Ökosystemingenieure bezeichnet. Durch das Bauen von Dämmen und das Auflichten von Waldstrukturen durch ihr Fraßverhalten, verändern Biber maßgeblich die Lebensräume, in denen sie vorkommen. Durch die Schaffung von Feuchtgebieten, tragen sie nicht nur zum Wasserrückhalt in der Landschaft, sondern auch zur Schaffung neuer Nischen für spezialisierte Arten bei. In der Kulturlandschaft kann dieses Verhalten jedoch auch zu Konflikten mit Landnutzern, insbesondere der Land- und Forstwirtschaft führen. 

Projektziele:

Ziel des Projektes ist es, durch die Entwicklung und Umsetzung einer gemeinsamen Strategie, den Schutz des Bibers in den beiden Nationalparks zu fördern. Das Projekt soll die ökologische Bedeutung, den aktuellen Bestand und die limitierenden Faktoren von Biberpopulationen aufzeigen. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse liefern den beiden Nationalparkverwaltungen eine Grundlage zum Schutz gefährdeter Ökosysteme, sowie Strategien zur Konfliktvermeidung zwischen Menschen und Biber. Um eine möglichst effektive Umsetzung zu garantieren, werden lokale Akteure aktiv mit eingebunden.

Untersuchungsdesign:

Das Projekt gliedert sich in drei Teilbereiche:

  1. Im ersten Teilbereich wird der aktuelle Zustand der Biberpopulationen in den Nationalparks erfasst und bewertet. Hierzu werden Biberstrukturen kartiert und hinsichtlich ihres Zustandes, Alters, Größe, etc. kategorisiert. Zudem wird die Abundanz der Biberfamilien mit Hilfe von Kamerafallen und Telemetrie ermittelt. Des Weiteren werden auch die limitierenden Faktoren der Biberpopulation erforsch
  2. Ein zweiter Arbeitsbereich beschäftigt sich mit der Biodiversität in den Biberrevieren. Hierzu wird eine Auswahl an Biberrevieren intensiv im Bezug auf die dort vorkommenden Artengruppen betrachtet. Um diese zu erfassen, wird eine Vielfalt an Detektionsmethoden, wie beispielsweise Kamerafallen, Malaise-Fallen, eDNA-Analysen, etc. verwendet. Aus diesen Methoden können Rückschlüsse auf die Artzusammensetzung in den verschiedenen Nischen der Biberreviere gezogen werden. Dies bildet die Grundlage für den Schutz weiterer seltener Arten.
  3. Um die Auswirkungen des Bibers auf hydrologischer Ebene zu erfassen, beschäftigt sich eine dritte Arbeitsgruppe mit Wasserparametern. Hierzu werden 100 Biberdämme in beiden Nationalparks vermessen, um Rückschlüsse über den Wasserrückhalt zu gewinnen. Des Weiteren werden chemische, biologische und physikalische Kennwerte erhoben. Die Erkenntnisse aus diesen Analysen können dann für ein angepasstes Management von Biberdämmen genutzt werden.
Nach oben zum Seitenanfang nach oben