Fragen und Antworten zur möglichen Nationalpark-Vergrößerung

Aktueller Stand der Diskussion und Video-Statement von Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl

Eintrag Nr. 49/2020
Datum: 29.06.2020


Im Gespräch für eine mögliche Erweiterung sind Staatswald-Flächen in der Nähe von Finsterau. Foto: Annette Nigl
Im Gespräch für eine mögliche Erweiterung sind Staatswald-Flächen in der Nähe von Finsterau. Foto: Annette Nigl

Finsterau. Die Diskussion um die Vergrößerung des Nationalparks wirft Fragen auf. Die Nationalparkverwaltung gibt hierzu Antworten.

 

Fragen und Antworten

Wieviel Fläche ist im Gespräch?

Es wird um eine Fläche von ungefähr 600 Hektar östlich der Ortschaft Finsterau im Bereich des Reifkopfs, der Teufelsbach- und Hammerklause diskutiert. Das sind 2,5 Prozent der aktuellen Nationalparkfläche.

Wem gehören die Flächen bisher? Sind auch Privatwälder im Gespräch?

In der Diskussion stehen ausschließlich Staatswälder, also keine Privatwälder. Die möglichen Flächen, die in der Diskussion stehen, gehören zu den Bayerischen Staatsforsten. Für die Verwaltung dieser Flächen vor Ort ist im Moment der Forstbetrieb Neureichenau zuständig.

Ist die Erweiterung schon beschlossen?

Aktuell wird das Vorhaben mit allen Betroffenen diskutiert – also mit ortsnahen Bürgern, mit der Gemeinde, mit dem Landkreis, mit Vereinen und Institutionen und mit dem Forstbetrieb Neureichenau. Die Entscheidung darüber wird aber letztendlich von der Bayerischen Staatsregierung und vom Bayerischen Landtag getroffen.

Gibt es ein Betretungsverbot im Erweiterungsgebiet?

Nein. Die Flächen bleiben frei betretbar. Das heißt, man wird auch weiterhin Pilze und Beeren sammeln können.

Ist die Nutzung der Buchwaldstraße bis zum Grenzübergang erlaubt?

Identisch wie bisher darf die Buchwaldstraße während der Igelbussaison (Mai bis Anfang November) vor 9 Uhr und nach 17 Uhr befahren werden. Außerhalb der Igelbussaison bis zum Wintereinbruch gibt es keine zeitliche Fahrbeschränkung.

Bleiben die bereits bestehenden Wander- und Radwege erhalten?

Ja. Hinzu kommt, dass ein Teil des Bereichs bereits seit Jahren vom Nationalpark beschildert wird. Die dort stehenden Wegweiser sowie Infotafeln wurden vom Nationalpark konzipiert und erstellt, dazu gehört zum Beispiel auch das Wandergebiet „Durch Natur und Zeit“.

Darf man weiterhin Reiten?

Bestehende markierte Reitwege bleiben erhalten. Auf den restlichen Wegen ist laut Nationalparkverordnung das Reiten nicht gestattet. Da das umliegende Gebiet sehr gut mit Forststraßen erschlossen ist und dadurch eine Vielzahl von Reitmöglichkeiten vorhanden sind, hofft man hier auf das Verständnis der Reitfreunde.

Was ist mit den Loipen im Winter?

Finsterau wird bereits jetzt vom Nationalpark als Zentrum des nordischen Sports beworben. Daran und am Bestand der Loipen wird sich nichts ändern.

Müssen sich angrenzende Privatwaldbesitzer Sorgen machen, dass ihre Wälder durch den Nationalpark vom Borkenkäfer befallen werden?

Nein. Wie in allen anderen Bereichen des Nationalparks wird auch im geplanten Erweiterungsgebiet eine Randzone eingerichtet, in der vom Nationalpark intensiv der Borkenkäfer bekämpft wird.

Ist die Entnahme von Brennholz für private Nutzer weiterhin möglich?

In Zusammenarbeit mit den Bayerischen Staatsforsten wird eine Lösung erarbeitet, um allen bisherigen privaten Brennholzwerbern aus diesem Bereich weiterhin die Zuteilung entsprechender Holzmengen zu gewährleisten.

Die Quellen der Gemeinde Mauth würden dann im Nationalpark liegen. Ist die Wasserversorgung weiterhin gesichert?

An der Wasserversorgung der Gemeinde Mauth wird sich nichts ändern. Auch die Zufahrten zu den Quellgebieten sind für die Verantwortlichen geregelt.

 

Video

Ein Video-Statement von Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl finden Sie auf dem YouTube-Kanal des Nationalparks Bayersicher Wald.

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