Unterwegs mit dem Ranger - Zum Schutz der Auerhühner

Information steht an erster Stelle: Siegfried Schreib will Besuchern den Naturschutz näher bringen

Eintrag Nr. 7/2019
Datum: 19.02.2019


Ranger Siegfried Schreib (links) informiert Besucher über das bedrohte Auerhuhn - und die für den seltenen Waldvogel geltenden Schutzbestimmungen. Foto: Gregor Wolf
Ranger Siegfried Schreib (links) informiert Besucher über das bedrohte Auerhuhn - und die für den seltenen Waldvogel geltenden Schutzbestimmungen. Foto: Gregor Wolf

Waldhäuser. Die Sonne scheint mit voller Kraft. Sie bringt den Schnee zum Glitzern. Und sorgt für erste Frühlingsgefühle im Nationalpark Bayerischer Wald. Kurz gesagt: Kaiserwetter! Auch hier, am Fuße des 1373 Meter hohen Lusens, braucht man an diesem Sonntag keine dicke Winterjacke mehr. Ranger Siegfried Schreib freut‘s, schließlich harrt er ein paar Stunden an Ort und Stelle aus. Rund um die Glasarche, einem Punkt wo viele Besucher vorbeikommen, steht er als Ansprechpartner zur Verfügung. Seine Hauptaufgabe: Die Winterwanderer für den Naturschutz zu sensibilisieren. Vor allem die störungsanfälligen Auerhühner stehen dabei im Vordergrund.

„Die Waldvögel brauchen vor allem im Winter, aber auch während der Aufzucht der Küken, große störungsfreie Rückzugsräume“, erklärt Schreib an diesem Tag nicht nur einmal. „Nur so haben die Auerhühner eine Chance, die kalten entbehrungsreichen Monate zu überleben. Jedes Aufschrecken durch querfeldein gehende Wanderer kann das sichere Todesurteil für die Tiere sein.“ Genau deswegen gilt in den Hochlagen ein Wegegebot. Das heißt, dass nur markierte Strecken benutzt werden dürfen. „Aber davon haben wir 350 Kilometer, so dass für jeden etwas dabei sein sollte. “ 

Interessiert nehmen die Wanderer an diesem Tag die Infos des Rangers auf – und zeigen für die Schutzmaßnahme durchwegs Verständnis. „Das finde ich richtig gut“, sagt zum Beispiel eine Tagesausflüglerin aus dem Landkreis Dingolfing-Landau. „Schließlich haben die Tiere auch das Recht auf ein sicheres Leben.“ „Aber halten sich auch alle an diese Regel?“, fragt ihr Mann den Ranger. „Leider nicht. Es gibt überall ein paar schwarze Schafe, die meinen sich nicht an die geltenden Bestimmungen halten zu müssen“, antwortet Schreib. „Genau deswegen sind wir täglich im Gelände unterwegs, um den Leuten das Thema immer wieder aufs Neue näherzubringen. Aber auch, um Verstöße festzustellen und zu ahnden.“

Kurz nachdem das Ehepaar den Aufstieg in Richtung Lusen fortgesetzt hat, kommt ein Schneeschuhgeher auf Siegfried Schreib zu – mitten aus der Wildnis. „Wissen Sie, dass der Pfad im Winter nicht begangen werden darf?“, informiert er den Einheimischen sogleich. Der Störenfried gibt unumwunden zu, die Regel eigentlich zu kennen. Auf die Frage, warum er dann trotzdem querfeldein gehe, erntet der Ranger nur ein Schulterzucken. Also folgt eine ausführliche, freundliche Belehrung, die dem Schneeschuhgeher klar macht, dass sein Verhalten äußerst negative Folgen für die geschützte Flora und Fauna hat. Seine Personalien landen am Ende des Tages bei der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes. Die dortigen Kollegen sind für die Bußgeldverfahren bei Verstößen gegen das Wegegebot zuständig.

Für diesen Vormittag bleibt’s rund um die Glasarche bei dem einen Besucher, der die markierten Wege verlassen hat. „Aber eigentlich ist auch der eine zu viel“, sagt Schreib. „Für den Erhalt der bedrohten Auerhühner tragen wir schließlich alle zusammen eine große Verantwortung. Und nur, wenn wir die ungestörten Lebensräume der Tiere schützen, haben sie langfristig eine Chance, im Bayerischen Wald zu überleben.“


Ein Video zum Thema finden Sie auf dem Facebook-Kanal des Nationalparks sowie auf dem YouTube-Kanal des Bayerischen Umweltministeriums. Mehr zu den rechtlichen Bestimmungen des Wegegebots lesen Sie HIER.

 

Text: Gregor Wolf

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