Winterlicher Kinderspaß beim Spurenlesen

Führungstipp für kleine Waldentdecker: Auf ins verschneite Waldspielgelände

Eintrag Nr. 27/2018
Datum: 10.11.2018


Im großen Entdeckerareal bei Spiegelau kann auch in manchen Baumstamm gekraxelt werden. Foto: Gregor Wolf
Im großen Entdeckerareal bei Spiegelau kann auch in manchen Baumstamm gekraxelt werden. Foto: Gregor Wolf

Kalte Temperaturen sind nicht nur eine Herausforderung für die Tiere und Pflanzen im Wald, sondern bieten auch frostig schöne Fotomotive. Foto: Martina Buchna
Kalte Temperaturen sind nicht nur eine Herausforderung für die Tiere und Pflanzen im Wald, sondern bieten auch frostig schöne Fotomotive. Foto: Martina Buchna

Sich einmal wie der Luchs bei der Jagd auf die Lauer legen, auch das können die kleinen Kinder erleben. Foto: Gregor Wolf
Sich einmal wie der Luchs bei der Jagd auf die Lauer legen, auch das können die kleinen Kinder erleben. Foto: Gregor Wolf

Die scheuen Luchse lassen sich in freier Wildbahn fasst nicht beobachten, Spuren der Katzen sind hingegen schon häufiger.  Foto: Sascha Rösner
Die scheuen Luchse lassen sich in freier Wildbahn fasst nicht beobachten, Spuren der Katzen sind hingegen schon häufiger. Foto: Sascha Rösner

Die Kinderprogramme im Waldspielgelände halten auch genug Zeit zum Herumtoben bei spaßigen Spielen bereit. Foto: Gregor Wolf
Die Kinderprogramme im Waldspielgelände halten auch genug Zeit zum Herumtoben bei spaßigen Spielen bereit. Foto: Gregor Wolf

Wild und urwüchsig präsentiert sich der Nationalpark auch im verschneiten Zustand. Foto: Franz Leibl
Wild und urwüchsig präsentiert sich der Nationalpark auch im verschneiten Zustand. Foto: Franz Leibl

Spiegelau. Richtig viel Trubel herrscht im Waldspielgelände des Nationalparks Bayerischer Wald vor allem im Sommer. Dabei ist das großflächige Areal am Ortsrand von Spiegelau auch in der kalten Jahreszeit immer einen Besuch wert – vor allem für kleine Naturentdecker. Kinder können dort immer wieder an spannenden, mit Spielen gefüllten Führungen teilnehmen. Gerade in den Weihnachtsferien ist mächtig was geboten.

Im Winter wird’s leise im Wald. Der Schnee verzaubert die Landschaft und versetzt deren Bewohner in den Ruhemodus. Trotzdem sind vor allem die größeren Vierbeiner auch bei frostigen Temperaturen zumindest ein bisschen aktiv. Und hinterlassen dabei deutlich sichtbare Spuren. Diese faszinieren Jung und Alt. Bei Kinderführungen im Waldspielgelände können Nachwuchsforscher den Tieren nachspüren. 

„Dass es viel zu entdecken gibt, muss man meist gar nicht erst sagen“, berichtet Waldführerin Paula Moosbauer, die immer wieder mit Kindern in der wilden Nationalpark-Natur unterwegs ist. „Schnell werden die Teilnehmer zu Walddetektiven und versuchen so viele Spuren, Losungen, Federn oder andere tierische Hinterlassenschaften zu sammeln.“ Danach diskutieren die aufgeregten Jungforscher, wer sich so alles im Wald herumgetrieben hat.

Oft hat Paula Moosbauer ein Spurenbuch dabei, in dem die Kinder nachschlagen können, wie die speziellen Pfoten-Abdrücke im Schnee aussehen oder welchen Unterschied es bei den Federn der Vögel gibt. „Wenn wir dann echte Hirsch-, Wildschwein- oder Luchsspuren finden, sind alle immer gleich richtig begeistert.“ Um das Erlebnis noch authentischer zu machen, spielt die junge Waldführerin meist noch die Laute der entdeckten Tiere vor – und tolle Bilder hat sie auch noch parat.

Doch zu den Kinderführungen gehört nicht nur das Spurensuchen. Natürlich wird auch viel im Schnee herumgetobt. Neben reinen Spaßspielen sind stets ein paar Wissensspiele im Programm. Da lernen die Kinder dann zum Beispiel, was der Unterschied zwischen Winterschlaf, Winterruhe und Winterstarre ist. Ausprobiert werden auch die zuverlässigsten Techniken zum Warmhalten des Überwinterungsplatzes oder die schwierige Suche des Eichhörnchens nach dem im Sommer vergrabenen Proviant.

Zudem können die Kinder in die Rolle von Luchs und Reh schlüpfen – und so das Jagdverhalten der größten Raubkatze des Kontinents hautnah erfahren. Schließlich geht’s beim gefleckten Jäger hauptsächlich darum, von seiner Beute – in den meisten Fällen eben Rehe – nicht gesehen zu werden. So wird das klassische Versteckspiel prompt umgemünzt in die Herausforderung, welcher sich hinter Bäumen tarnende Rehspieler als letztes vom suchenden Luchs erspäht wird.

Zwischendurch fetzen die jungen Entdecker freilich auch immer wieder ganz frei durch das riesige Waldareal am Rande des Nationalparks. Fliegende Schneebälle und bezaubernde Schneefiguren sind dann keine Seltenheit. „Ab und zu versuchen wir dann auch ganz gezielt, auf Ziele zu werfen“, so Paula Moosbauer. „Und ich bin dann immer wieder überrascht, welche Zielgenauigkeit da oftmals zum Vorschein kommt.“

Und freilich bleibt neben der ganzen Action noch Zeit, um selbst immer wieder links und rechts des Weges nach faszinierenden Details Ausschau zu halten – nach vereisten Knospen, herabgefallenen Rindenstücke oder angenagten Fichtenzapfen. Genügend Kletterstellen bietet das weitläufige Waldspielgelände natürlich auch – in ein paar Baumstämme kann man sogar hineinschlüpfen. So steht einem unvergesslichen Tag im winterlichen Wald nichts mehr entgegen.

Tipp: Das kostenlose Kinderprogramm „Winterwald  für Spurensucher“ findet am 26. Dezember und 2. Januar um 14 Uhr im Waldspielgelände statt. Eine Anmeldung beim Führungsservice via 0800 0776650 ist erforderlich. Weitere Veranstaltungen finden Sie auf der Homepage des Nationalparks unter www.nationalpark-bayerischer-wald.de.

Text: Gregor Wolf

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