Wasser und Wildnis mit allen Sinnen erleben

Der Rundweg "Flusskrebs" ist ideal für Familien mit kleinen Kindern

Eintrag Nr. 17/2019
Datum: 26.06.2019


Unterwegs auf dem familienfreundlichen Rundweg "Flusskrebs". Fotos: Annette Nigl
Unterwegs auf dem familienfreundlichen Rundweg "Flusskrebs". Fotos: Annette Nigl

Die beruhigende Wirkung eines Bachlaufes auf sich wirken lassen.
Die beruhigende Wirkung eines Bachlaufes auf sich wirken lassen.

Beim Balancieren auf einem Baumstamm den Gleichgewichtssinn trainieren.
Beim Balancieren auf einem Baumstamm den Gleichgewichtssinn trainieren.

Heidelbeeren als willkommener Imbiss zwischendurch.
Heidelbeeren als willkommener Imbiss zwischendurch.

Beim Wandern die Wildnis erleben.
Beim Wandern die Wildnis erleben.

Die Markierung "Flusskrebs".
Die Markierung "Flusskrebs".

Neuschönau. Das Plätschern des Sagwassers ist schon auf dem Parkplatz leise zuhören. Und die Markierung des Rundwanderweges – und zwar der „Flusskrebs“ – hält, was sie verspricht. Bei der Tour, die selbst für Kinder ab vier Jahren zu meistern ist, kann man Wasser und Wildnis mit allen Sinnen genießen.

Los geht die auf Familien ausgerichtete Tour ab dem Parkplatz Sagwassersäge bei Weidhütte in der Gemeinde Hohenau. Eine Treppe führt zunächst hinauf auf den Weg mit der Markierung „Flusskrebs“, der sich nach zirka 50 Metern gabelt. Hier müssen sich Wanderer rechts halten und den Bach überqueren. Der schmale, mit Steinen versetzte Pfad führt dann direkt hinein in den wilden Wald.

Große Felsen, Heidelbeeren und Baumpilze

Und dieser lädt vor allem die kleinen Besucher ein, jede Menge zu entdecken. In dem urwaldähnlichen Gebiet finden sich überall umgefallene Bäume. Auf dem Totholz wachsen junge Fichten ebenso wie Baumschwammerl. Der Weg wird gesäumt von Heidelbeer- und Himbeersträuchern, die zum Naschen einladen. Oft sind die Steine auf den Wegen wie Treppenstufen abgeordnet, damit Kinder hier leicht wandern können. Überall finden sich links und rechts des Weges große Felsen. Hier riecht es förmlich nach Abenteuern und Kindern wird bei dieser Wanderung ganz sicher nicht langweilig. Besonders der Bereich um den Ochsenriegel auf einer Höhe von 836 Metern ist beeindruckend und zeigt, wie wild und wunderschön die Natur sein kann, wenn man sie lässt. Weil es an jeder Ecke etwas Neues zu bestaunen gibt, sollten gerade Familien mit kleinen Kindern viel Zeit mitbringen.

Viel Kondition ist hingegen nicht notwendig. Die erste Hälfte des Weges ist 1,1 Kilometer lang. Es geht zwar ständig ganz leicht bergauf, allerdings sind bis zum höchsten Punkte der Wanderung – der Schutzhütte Ochsenriegel (864 Meter Höhe) - nur insgesamt 80 Höhenmeter zu meistern.

Danach muss links abgebogen werden. Es geht beständig bergab und nach nur 500 Metern heißt es, Abenteuer am Wasser zu erleben. Denn dann überquert der Wanderer das Sagwasser, ab dort verläuft der Weg kontinuierlich am Bach entlang. Auch hier gilt es für Kinder, jede Menge zu entdecken. Welche Pflanzen wachsen entlang eines Baches? Warum ist die Strömung manchmal stärker? Gibt es auch kleine Wasserfälle? Und welche Tiere leben darin? Feststellen können dies kleine Entdecker schnell, und zwar indem sie auch einmal einen Stein aus dem Wasser nehmen und umdrehen. Immer wieder tummeln sich kleine Tierchen darauf.

Der ideale Platz für ein Picknick

Entlang des Sagwassers findet man immer wieder Plätze, die zu einer Rast einladen. Die großen Buchen spenden Schatten. Es empfiehlt sich, eine Decke mitzubringen. Mit einer gemütlichen Brotzeit im Programm kann der Aufenthalt auf dem Rundwanderweg dann gerne auch einmal länger ausfallen.

Die wahrscheinlichste schönste und spannendste Stelle der Runde, die insgesamt eine Länge von 2,2 Kilometern hat, findet man dann kurz vor dem Ende der Tour. Hier hat sich der Bach etwas angestaut. Und spätestens an diesem Punkt lohnt es sich nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene, die Schuhe auszuziehen und barfuß den Lebensraum Bauch zu erkunden. Es ist gar nicht schwierig, auf den aus dem Wasser ragenden Steinen zu balancieren. Oder wie ein Storch im Bach herum zu waten. Hier darf man toben, sich mit Wasser abspritzen und wild sein. Wie die wilde Natur im Nationalpark eben auch.

Zertifikat in der Kategorie "Familienspaß"

Für sein Engagement, Wege speziell für die Bedürfnisse und Ansprüche von Familien zu gestalten, wurde der Nationalpark Bayerischer Wald im September 2018 auch ausgezeichnet. Neben drei weiteren Rundwanderwegen erhielt die Tour „Flusskrebs“ das Zertifikat in der Kategorie „Familienspaß“ vom Deutschen Wanderverband. Diese Zertifikate ermöglichen es den Wanderern, sich aus der Vielzahl von tollen Wegen genau den auszusuchen, der für ihren Anspruch oder für eine bestimmte Zielgruppe am besten passt. Wie eben der Rundweg „Flusskrebs“ für Familien attraktiv ist.

Tipp: Wenn die Kinder nach dem Rundweg noch immer nicht genug vom wilden Wald haben, lohnt sich ein Abstecher in das einen Kilometer entfernte Nationalparkzentrum Lusen. Hier lädt ein kleiner Kinderspielplatz zum Toben ein, stärken kann man sich in der Waldwirtschaft oder im Waldstüberl. Herzstück des Nationalparkzentrums Lusen ist das Hans-Eisenmann-Haus. Informativ, interaktiv und imposant führt die kostenlose Dauerausstellung „Weg in die Natur – Eine Geschichte von Wald und Menschen“ in die Geheimnisse des Nationalparks Bayerischer Wald ein.

 

Den interaktiven Touren-Tipp zum Rundweg inklusive Kartenmaterial und GPX-Datei zum Download gibt's HIER.

 

Text: Annette Nigl

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