Schaufeln für die Moore

Jugendliche diesseits und jenseits der Grenze arbeiten gemeinsam an Renaturierungsprojekt

Eintrag Nr. 36/2019
Datum: 11.10.2019


Die FÖJler des Nationalparks Bayerischer Wald packten zusammen mit den tschechischen Jugendlichen bei der Moorrenaturierung an. (Foto: Lukáš Linhart)
Die FÖJler des Nationalparks Bayerischer Wald packten zusammen mit den tschechischen Jugendlichen bei der Moorrenaturierung an. (Foto: Lukáš Linhart)

Stožec. Schaufel und Hacke in die Hand nehmen hieß es bei den Teilnehmern des freiwilligen ökologischen Jahres im Nationalpark Bayerischer Wald. Zusammen mit Jugendlichen aus Tschechien haben sie im Rahmen des Projekts „LIFE FOR MIRES“ ein Moor bei Stožec im Nationalpark Šumava im Einzugsgebiet der kalten Moldau renaturiert. Mit dabei waren auch Mitarbeiter des Nationalparks Bayerischer Wald und Šumava, die die Jugendlichen tatkräftig unterstützt haben.

Für manche Jugendlichen war es das erste Mal, dass sie bei einer Moor-Renaturierung dabei waren. Daher wurde die Vorgehensweise Schritt für Schritt erklärt. Eine alte, mittlerweile nur noch bedingt funktionsfähige Spundwand sollte mit Torf abgedichtet werden. „Dieser aus Holz bestehende Damm muss mit dem entnommenen Torf überfüllt werden“, erklärt Jochen Linner, im Nationalpark Bayerischer Wald zuständig für Naturschutz. „Das funktioniert letztendlich wie im Moor selbst: der Torf speichert das Wasser und hält es so zurück, der alte Damm dient dabei als Stütze, damit das Torfmaterial nicht weggespült wird.“ Durch solche Maßnahmen steigt der Wasserstand im Moor wieder an. Das benötigte Torfmaterial wurde so entnommen, dass ein trockengefallener Bachmäander nachgeahmt wurde. Diese neu entstandene Mulde füllte sich rasch mit Wasser und soll sich nun langsam wieder verlanden. Durch die beiden Maßnahmen kann die Moorbildung auf der Fläche  wieder neu beginnen.

Nach getaner Arbeit konnten die Jugendlichen bei der anschließenden Exkursion ein Renaturierung-Projekt besichtigen, das bereits erfolgreich umgesetzt wurde, und zwar den Bachlauf Hučina. Dabei wurde neben einem funktionierenden Damm auch der renaturierte Bachlauf besichtigt. Zudem erhielten die Jugendlichen auch Informationen zu den verschiedenen Renaturierungsmöglichkeiten sowie zu der Bedeutung von Mooren für die Umwelt. Besichtigt werden konnte auch noch ein Biberteich mit Damm und Burg.

 

Text: Annette Nigl

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