In der Natur fürs Leben lernen

Umweltbildung schon für die Kleinsten: Der Nationalpark bietet spannende Programme für Kindergärten.

Eintrag Nr. 3/2019
Datum: 07.01.2019


Kindergartenprogramm am Hans-Eisenmann-Haus. Foto: Sandra Schrönghammer
Kindergartenprogramm am Hans-Eisenmann-Haus. Foto: Sandra Schrönghammer

Nicole Graf mit einer Kindergartengruppe. Foto: Nationalparkarchiv
Nicole Graf mit einer Kindergartengruppe. Foto: Nationalparkarchiv

Neuschönau/Ludwigsthal. In Nicole Grafs Büro würden Kinderherzen höher schlagen: In den Regalen tummeln sich Eichhörnchen, Otter, Wildschweine und Füchse aus Plüsch, daneben hängen die flauschigen Pelze von Luchs und Wolf – und nur einen Meter weiter schlafen Feen, Zwerge und Waldpiraten in hölzernen Kisten. Nicole Graf ist Naturpädagogin im Nationalparkzentrum Lusen – und das Spielzeug in ihrem Büro ihr tägliches Arbeitsgerät. Die 35-Jährige verantwortet das Umweltbildungsprogramm für Kindergartenkinder und macht sich mit ihren kleinen Besuchern bis zu dreimal wöchentlich auf die Spur von Kleiber, Specht und Auerhahn durch den Wald. „Oder wir nehmen die Pflanzenwelt im Nationalpark unter die Lupe“, erzählt Nicole Graf.

Rund ums Hans-Eisenmann-Haus in Neuschönau, am Haus zur Wildnis in Ludwigsthal oder im Waldspielgelände in Spiegelau ist für kleine Forscher jede Menge geboten: Spielerisch erkunden sie die Vielfalt der Lebewesen im Nationalpark, entdecken Wohnungen und Jagdweisen von Luchs und Wolf – oder lernen, warum ein toter Baum so wichtig ist und wem er Unterschlupf bietet. „Das entdeckende Lernen steht bei uns im Vordergrund“, erklärt Nicole Graf das pädagogische Konzept für die Kindergarten- und Vorschulkinder. Das Programm ziele auf die Gestaltungs- und Bewegungskompetenz der Kleinen ab und fördere deren Motorik. Zudem: „Die wilden Nationalpark-Wälder bieten mit ihrer einmaligen Vielfalt gerade für die Kleinsten eine ganz besondere Möglichkeit, die Natur zu erfahren“, sagt Graf.

Jährlich erkunden rund 1000 Kindergartenkinder den Nationalpark unter professioneller Anleitung. Dabei wird Nicole Graf sowohl von Teilnehmern am Freiwilligen Ökologischen Jahr als auch von engagierten Waldführern wie Monika Deuschinger unterstützt. Auch die Leiterin des Kindergartens Neuschönau, Andrea Poxleitner, nimmt das Umweltbildungsangebot des Nationalparks einmal im Monat in Anspruch – und ist begeistert: „Die Kinder lernen die Natur mit allen Sinnen kennen. Und es macht ihnen riesigen Spaß.“ Für die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern sei der Aufenthalt in der Natur enorm wichtig, weiß die Erzieherin – und bedauert, dass vielen Eltern heutzutage die Zeit fehle, um mit ihrem Nachwuchs im Freien zu toben. Trotzdem: Viele Neuschönauer Kindergartenkinder kämen später als Grundschüler wieder – ein gutes Beispiel dafür, wie die Naturerfahrungen im Nationalpark die Kleinen weiter begleiten.

Auch die Kindergärten in St. Oswald und Riedlhütte sowie der Waldkindergarten Freyung nehmen regelmäßig am Umweltbildungsprogramm des Nationalparks teil. „Wir freuen uns aber auch über Kinder, die uns nur ein einziges Mal besuchen“, lacht Nicole Graf. Die Naturpädagogin stellt für jede Altersgruppe und Interessenslage ein passendes, knapp dreistündiges Programm zusammen – vom Streifzug durch den Wald über das Erkunden des Lebensraums von Eichhörnchen bis hin zum Besuch der „Alten Anna“ – einer so stattlichen wie betagten Buche, die stets eine Menge spannender Geschichten zu erzählen weiß.

Wer Interesse an der Umweltbildung für Kindergärten und Schulen oder an Spezialangeboten wie Kindergeburtstagen hat,  kann sich bei Nicole Graf (Hans-Eisenmann-Haus), 08558-9615-12, oder Lisa Ornezeder (Haus zur Wildnis), 09922-5002-105, melden.

 

Hinweis: Dieser Bericht stammt aus dem Nationalparkmagazin Unser Wilder Wald. Die komplette Ausgabe kann HIER als PDF-Dokument heruntergeladen werden.

 

Text: Alexandra von Poschinger

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