"Natur ist, wo es schön ist, und Freiheit"

Wissenschaftlicher Vortrag über Ästhetik und Naturerfahrung

Eintrag Nr. 15/2019
Datum: 14.05.2019


Prof. Dr. Arne Dittmer (links) und Prof. Dr. Ulrich Gebhard beim Vortrag im Haus zur Wildnis. Foto: Fabian Wirth
Prof. Dr. Arne Dittmer (links) und Prof. Dr. Ulrich Gebhard beim Vortrag im Haus zur Wildnis. Foto: Fabian Wirth

Ludwigsthal. Vor dem sanften Rauschen und Gluckern eines kleinen Wildbaches werfen urwüchsige Laub- und Nadelbäume lange Schatten über das weitläufige Borstgras, das im sanften Ostwind tänzelt. Eingerahmt vom warmen Licht der Mittagssonne und des strahlend blauen Himmels erhebt sich im Hintergrund die Kulisse der Bayerwald-Gebirgszüge, untermalt von dem Duft tausender Blüten in der klaren Bergluft. Saftiges, frisches Hellgrün austreibender Buchenhaine wechselt sich wie in einem gigantischen Ölgemälde mit den dunkelgrünen Umrissen der Bergfichtenwälder ab.

Es sind Eindrücke wie diese, die jährlich um die 1,3 Millionen Besucher in den Nationalpark Bayerischer Wald locken. „Fragt man die Leute dann nach ihren Naturerfahrungen, fällt in den Antworten überproportional häufig das Wort schön “, erzählt Prof. Dr. Ulrich Gebhard in Hinblick auf die wissenschaftliche Auswertung seiner Untersuchungen im Nationalpark. Gebhard, der an diesem Abend zusammen mit seinem Kollegen Prof. Dr. Arne Dittmer vor dem Publikum im Veranstaltungssaal des Hauses zur Wildnis steht, wird im Laufe der Veranstaltung noch viele der Besucheraussagen zitieren und auf philosophische Fragestellungen rund um das „Schöne“ eingehen. Aber was ist dieses „schön“ eigentlich?  Gibt es eine universell gültige Definition? Und wieso ist Totholz für manche Menschen der Inbegriff für Naturschönheit und für andere wiederum ein wahrer Graus?

Diesen Fragen soll im Laufe der Veranstaltung auf den Grund gegangen werden. Eingebettet in den Rahmen der wissenschaftlichen Vortragsreihe im Nationalpark Bayerischer Wald weicht der Fokus an diesem Abend etwas von der naturwissenschaftlichen Perspektive ab. Gebhard und Dittmer sind bereits seit Jahren feste Größen in der Nationalparkforschung. Maßgeblich trugen beide zur Ausgestaltung der Bildungsarbeit des Parks bei und erarbeiteten dafür didaktische Konzepte aus. Die über Jahre gesammelten Erfahrungen fließen an diesem Abend auch in ihre Vorträge zum Thema Ästhetik und Naturerfahrung ein. Es ist eine Veranstaltung mit philosophischem Tiefgang und doch sind die Vorträge der beiden Wissenschaftler alles andere als trocken. In dem gut gefüllten Veranstaltungssaal im Haus zur Wildnis folgen die Besucher aufmerksam den Ausführungen der beiden Referenten.

Gegen Ende der Veranstaltung wird klar, dass mittlerweile auch wissenschaftlich nachgewiesen ist: Naturverbundenheit steht in direktem Zusammenhang mit Gesundheit und Wohlbefinden.

Also: Raus in die Natur, der Gesundheit zuliebe!

 

Text: Fabian Wirth

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