Grenzüberschreitende Kartierung der Waldökosysteme - Weg zum gemeinsamen Management in den Nationalparks Šumava und Bayerischen Wald

Motivation:

Das Gebiet des Nationalparks Šumava und des Nationalparks Bayerischer Wald ist in Bezug auf ökologische und damit verbundene touristische Vorteile für die gesamte tschechisch-bayerische Region einzigartig in Mitteleuropa. Es ist daher angemessen und wünschenswert, dass der Schutz dieses Gebiets sowie die angewandte Verwaltung so einheitlich wie möglich sind. Um eine fundierte Betreuung dieses Gebiet zu gewährleisten, sind umfassende Informationen über die Struktur der Waldökosysteme nötig. Die ist ein sehr wichtiger Indikator, der sowohl das Vorkommen als auch die Anzahl der Raufußhühnerarten beeinflusst. Zudem ist die aktuelle Struktur auch ausschlaggebend für die Dynamik der künftigen Waldentwicklung.

Projektziele:

Ziel des Projektes ist es unter anderem, die Auswirkungen des durch den Borkenkäfer verursachten Waldzerfalls und des Klimawandels auf die Entwicklung der Waldstruktur sowie die natürliche Verjüngung zu untersuchen. Um die Waldstruktur zu erfassen, wird eine innovative Methode des Laserscannings verwendet, die die Feldarbeit erheblich beschleunigt und vereinfacht. Außerdem spart dies Kosten. Damit wird für das gesamte Gebiet beider Parks eine einheitliche Struktur- und Artenzusammensetzung der Waldbestände erfasst. Gleichzeitig wird eine große grenzüberschreitende Monitoringfläche am ehemaligen Eisernen Vorhang angelegt, die der langfristigen Beobachtung der Waldstruktur und -dynamik dient. Außerdem ist dieses Areal ein Symbol für eine funktionierende Zusammenarbeit zwischen den beiden Nationalparks. Darüber hinaus wird ein Modell für die Entwicklung der natürlichen Verjüngung des Bergwaldes nach Störungen erstellt.

Untersuchungsdesign:

Die Daten zur Waldstruktur werden zum Schutz der Raufußhühner – Auerhuhn, Birkhuhn, Haselhuhn – verwendet, für die der Zustand und die Größe der Populationen sowie die genetische Variabilität ermittelt werden. Außerdem werden gemeinsame Karten über das Vorkommen von Raufußhühnern, Populationsvorhersagen und eine Reihe gemeinsamer Empfehlungen zur Verbesserung oder zum Erhalt der Anzahl der Raufußhühner erstellt. Die Struktur des am besten geeigneten Biotops für diese Arten und Vorschläge für Maßnahmen zu deren Förderung werden ebenfalls identifiziert, die das langfristige Überleben dieser Arten in beiden Nationalparks sichern sollen. Anhand der Daten, Ergebnisse und Erfahrungen aus dem Projekt werden gemeinsame Empfehlungen erstellt, die für das Gebiet beider Nationalparks gelten werden. Eine gemeinsame Vegetationskarte wird verwendet, um strategische Dokumente für beide Organisationen zu erstellen. Darüber hinaus werden biologische Daten auf der Monitoringfläche gemäß einer weltweit anerkannten Methodik erhoben. Deshalb werden unsere Daten mit den Daten aus verschiedenen Teilen der Welt vergleichbar sein. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse, die den Fachleuten und Laien zur Verfügung stehen werden, werden den ökologischen Wert und die Attraktivität des gesamten Gebiets erhöhen und das Management der Schutzgebiete verbessern.

Finanzierung:

  • Programm zur grenzübergreifenden Zusammenarbeit Freistaat Bayern - Tschechische Republik Ziel ETZ 2014 - 2020

Ansprechpartner:

PD Dr. Marco Heurich
stellvertretender Sachgebietsleiter
Marco.Heurich@npv-bw.bayern.de

Kooperationspartner:

Veröffentlichungen:

  • Fischer S. (2017) Die Auswirkungen von Abwurfstangen auf Wildarten im Nationalpark Bayerischer Wald, project thesis
  • Pascual J., von Hoermann C., Rottler-Hoermann A-M., Nevo O., Geppert A., Sikorski J., Huber K. J., Steiger S., Ayasse M., Overmann J. (2017) Function of bacterial community dynamics in the formation of cadaveric semiochemicals during in situ carcass decomposition, Environmental Microbiology, doi:10.1111/1462-2920.13828
  • Pressemitteilung: Auerhuhn-Population in den Nationalparks ist stabil


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