Sorry, there is no English translation for this page.

Luchse, Larven und ein linker Socken

Freyunger Montessori-Schule zwei Tage mit Übernachtung im Jugendwaldheim

Eintrag Nr. 48/2021
Datum:


Die Schüler beim erforschen des Jugendwaldheim-Teichs. Foto: Jan Günther
Die Schüler beim erforschen des Jugendwaldheim-Teichs. Foto: Jan Günther

Glashütte/Freyung. In Coronazeiten sind Klassenfahrten rar geworden. Doch kurz vor Schuljahresschluss nutzte die Montessori-Schule Freyung die aktuell günstige Lage, um sich eine Nacht im Jugendwaldheim des Nationalparks bei Glashütte einzumieten. Die Schüler der ersten bis vierten Klassen gingen dabei auf die Suche nach Luchsen, Larven und linken Socken.

Wie jagt ein Luchs?

Am ersten Tag stand die größte europäische Wildkatze auf dem Programm. Mit GPS-Geräten ausgestattet starteten die Kinder eine digitale Schnitzeljagd zum Luchs. Beim Geocaching mussten die Teilnehmer verschiedene Stationen im Wald finden. Wer richtig navigierte, lernte nicht nur spannende Fakten rund um das Aussehen und das Sozialverhalten der Tiere. Auch das Jagdverhalten konnte spielerisch erlebt werden. So sollten die Kinder mit einem Fernglas versteckte Kuscheltiere im Wald finden, um den Sehsinn des Luchses zu erforschen. Andernorts durften sie selbst in die Rolle des Luchses schlüpfen und sich an „blindes Reh“ heranschleichen. Außerdem lernten die Kinder die Einzigartigkeit eines Luchsfelles: Wie ein menschlichen Fingerabdrucks kann man die Großkatzen daran eindeutig voneinander unterscheiden. Dank Fotofallen ist es so möglich, Populationsgrößen zu ermitteln.  

Größere Herausforderungen gab es für die Kinder eher auf den Zimmern. Da stand das Bettenbeziehen an. Doch dank emsiger Übung daheim meisterten die Schüler auch das. Und selbst der hilfesuchende Ruf „Ich kann meinen linken Socken nicht finden“ trübte die Stimmung nicht. Der Vermisste tauchte wenig später schließlich auch auf.

Wenn die Becherlupe zum Mietshaus wird

Der zweite Tag stand ganz im Fokus der Gewässer. Mit Becherlupen, Eimern und Keschern ausgestattet ging es auf die Suche nach den Bewohnern des Teichs am Jugendwaldheim. Nach kurzer Zeit waren die kleinen Gefäße mit Rückenschwimmern, Wasserläufern und Libellenlarven bewohnt. „Das ist jetzt ein Mietshaus“, postulierte daher gleich ein Schüler. Bevor es zu Nachbarschaftsstreitigkeiten kam, wurden alle Bewohner jedoch wieder in die Freiheit entlassen. Natürlich aber nicht, ohne vorher der ganzen Gruppe einen tiefen Blick auf die Tierchen zu gewähren, so dass auch die Bestimmung der Mieter mit gemeinsamen Kräften gelang.

Den Kindern – und Lehrern – hat’s im Jugendwaldheim so gut gefallen, dass die Nationalpark-Partnerschule im nächsten Schuljahr auf jeden Fall wiederkommen will. Dann sogar eine Nacht länger.  

Zum Seitenanfang scrollen nach oben