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Aufgeschoben

Für Geburtstagsjahr geplante Wald-Sinfonie und Blaue Nacht müssen nachgeholt werden

Eintrag Nr. 65/2020
Datum:


Christian Balboo Bojko. Foto: Bojko
Christian Balboo Bojko. Foto: Bojko

Blaue Nacht. Grafik: Max Radomski
Blaue Nacht. Grafik: Max Radomski

Corona macht dem 50. Jubiläum des Nationalparks einen dicken Strich durch die Rechnung. Was vom Geburtstag übrig blieb – und irgendwann (hoffentlich) nachgeholt wird:

Sinfonischer Wald-Lusen-Sound

Wie der Lusen klingt? Bei Christian ,Balboo‘ Boijko entspannend ruhig – und urplötzlich vogelwild. Zum 50. Jubiläum des Nationalparks hat der Musiker und Komponist aus Spiegelau zehn tönende Waldbilder geschaffen und zu einem sinfonischen Werk zusammengefügt. Es hätte im Hans-Eisenmann-Haus Premiere gefeiert, doch stattdessen setzte Corona der Komposition schon vor dem ersten Ton einen disharmonischen Schlussakkord. „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben“, tröstet sich der 52-Jährige nun und hofft, seine aufwändige Arbeit vielleicht im nächsten Jahr zum Klingen zu bringen.

Darin hat Bojko eine Tagesreise durch den Nationalpark in Noten gepackt – vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang. „Der Lusentanz steht im Zentrum meiner Komposition“, erklärt er. Als Zwiefacher angelegt, kombinierte Christian Bojko den traditionellen Volkstanz mit allerlei musikalischen Rhythmen und Kulturen. So beeinflussen Blues und Swing sein Opus genauso wie Bossa Nova und heiterer Latinogroove. Auch bei der Instrumentierung konnte es dem experimentierfreudigen Musiker nicht extravagant genug sein. Weil Harfe, Klavier, Trompete und Bass ihm zu gewöhnlich erschienen, zauberte er Musik für die afghanische Schalenhalslaute namens Rubab und die Tabla, eine zweiteilige arabische Kesseltrommel, hinzu.

Getoppt wird die Multikulti-Klangcollage mit spektakulären Fotos im Großformat, die Christian Bojko über die Jahre auf seinen Streifzügen durch den Nationalparkwald schoss. Sein Lieblingsberg, der Lusen, den er wöchentlich mindestens einmal erklimmt, ist dabei freilich häufig im Bild. Vertont auch. Bleibt zu hoffen, dass das halbstündige Gesamtkunstwerk bald mit allen Sinnen erfahrbar wird.

Blaue Nacht in schillernden Farben

Sobald die Auswirkungen der Pandemie es erlauben, soll noch ein weiteres multimediales Geburtstagsevent nachgeholt werden: die „Blaue Nacht“ im Haus zur Wildnis. Dafür hatten Studierende der Technischen Hochschule Deggendorf eine spektakuläre Inszenierung kreiert, die unter anderem den Morgentau riesenhaft auf Fensterscheiben projiziert, Schmetterlinge virtuell zum Leben erweckt und die Bäume im Umgriff des Besucherzentrums in blaues Licht taucht. „Das Projekt ist zu großartig, als dass es einfach ins Wasser fallen sollte“, ist Haus-zur-Wildnis-Leiter Achim Klein überzeugt. Einer Neuauflage, wann auch immer möglich, drückt er daher ganz fest die Daumen. Dann am liebsten mit großem Fest. Musik. Und Blau in allen Schattierungen.

 

Hinweis: Dieser Bericht stammt aus dem Nationalpark-Magazin "Unser wilder Wald" (Ausgabe: September 2020).

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