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Den Käuzen ins Nest geschaut

Helmut Hackl über seine Arbeit für den Naturschutz

Eintrag Nr. 11/2020
Datum:


Helmut Hackl beim Brutkasten-Monitoring. Foto: Gregor Wolf
Helmut Hackl beim Brutkasten-Monitoring. Foto: Gregor Wolf

Habichtskauz in freier Wildbahn. Foto: Rainer Simonis
Habichtskauz in freier Wildbahn. Foto: Rainer Simonis

Neuschönau. Im Wald hängt ein letzter Rest Morgennebel. Die März-Luft ist eisig frisch. Und die Buchen sind noch blattlos. Dafür wird das Laub vom Vorjahr gerade aufgewirbelt. Für das Rascheln ist Helmut Hackl (54) verantwortlich. Der gelernte Forstwirt geht ganz zielstrebig durch das Meer aus Bäumen. In der rechten Hand trägt er eine lange Stange aus Aluminium. Damit will er gleich einen kurzen Blick in einen etwa 70 Zentimeter hohen Holzkasten werfen. Im Idealfall entdeckt er dabei Habichtskauz-Nachwuchs.

Hackl, der seit 1981 beim Nationalpark Bayerischer Wald arbeitet, gehört zum Naturschutz-Trupp. Der kümmert sich jedes Frühjahr unter anderem um die Überprüfung der rund 100 Nistkästen, die im Schutzgebiet verteilt sind. Seit 1981 wird damit den einst ausgerotteten Habichtskäuzen geholfen, in der Region wieder Fuß zu fassen – als Teil eines Wiederansiedlungsprogramms.

„Dank der Nisthilfen finden die Vögel ausreichend Brutplätze“, erklärt Hackl. Denn selbst im Nationalpark waren Hochstümpfe, also in einigen Metern Höhe abgebrochene Baumstämme, in den Anfangsjahren selten. Doch genau die an den Bruchkanten entstehenden Kuhlen sind für die seltene Eulen-Art attraktiv. Nur dort ziehen die Tiere normalerweise ihren Nachwuchs auf. Die an drei Seiten offenen, in circa acht Meter Höhe befestigten Kästen werden von Käuzen aber als Ausweichquartier angenommen.  

Die Maßnahme war so erfolgreich, dass die Population im Nationalpark auf 25 bis 30 besetzte Reviere angewachsen ist. Jahr für Jahr werden in Abhängigkeit von der Mäusedichte bis zu 27 Jungtiere dokumentiert – nicht nur in Nistkästen. „Da unser Wald immer wilder wird, finden auch Habichtskäuze immer öfter natürliche Brutplätze“, freut sich Hackl.

Um in einen der Kästen zu blicken, schaltet der Forstwirt eine Kamera an. Die bugsiert er gekonnt mit Hilfe einer Stange in die Höhe. Diesmal jedoch ohne Tiere aufzunehmen. „Aber vielleicht warten die Käuze ja schon an der nächsten Stelle auf mich“, sagt Hackl und packt seine Ausrüstung wieder zusammen.  

 

Dieser Artikel ist ein Auszug des Jubiläumsmagazins "50 Jahre Nationalpark".

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