Bayerischer Wald
StayWildBohemia
Grenzüberschreitendes Forschungsprojekt untersucht Wechselwirkungen zwischen Besuchern und Wildtieren
Pressemitteilung Nr. 11/2026
Grafenau/Vimperk. Rund 4 Millionen Menschen besuchen jährlich die beiden Nationalparks Šumava und Bayerischer Wald und die Region um den Dreisessel. Ein neues grenzübergreifendes Forschungsprojekt namens „StayWildBohemia“ untersucht nun detailliert, welchen Einfluss Besucher auf die dort lebenden Wildtiere und das Ökosystem haben. Neben den beiden Nationalparkverwaltungen sind auch die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) und der Forstbetrieb Neureichenau der Bayerischen Staatsforsten Partner dieses umfangreichen Projekts.
„Das Spannende und Neue an diesem Interreg-Projekt ist, dass wir erstmals wildtierökologische und sozialwissenschaftliche Fragestellungen miteinander verschneiden“, erklärt Dr. Stefanie Döringer, Projektmitarbeiterin in der Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald. „Davon erhoffen wir uns genauere Erkenntnisse zu den Wechselwirkungen zwischen Erholungssuchenden, Wildtieren und deren Lebensräumen. Eine zentrale Frage dabei ist, wie neue Trends in der Erholungsnutzung, wie zum Beispiel, ein veränderter Aktionsradius von Besuchenden durch Tourenplanungs-Apps, sich auf sensible und ökologisch relevante Arten, wie Auerhuhn oder Hirsch, auswirken.“
Auch die verschiedenen Aktivitäten, wie Wandern und Radfahren, deren Intensität und mögliche räumliche und zeitliche Veränderungen werden untersucht. Neben Besucherzählungen ist auch eine Besucherbefragung in den beiden Nationalparken sowie im Gebiet des Forstbetriebs Neureichenau geplant. „Mit der Befragung wollen wir herausfinden, wie die Menschen die Tiere in freier Wildbahn wahrnehmen und den Einfluss von Erholungsaktivitäten auf Flora und Fauna einschätzen“, schildert Stefanie Döringer. „Am Ende soll eine grenzübergreifende Strategie stehen, die allen zugutekommt, und den Bedürfnissen von Besuchern und Wildtieren gleichermaßen gerecht wird.“ Auch an einer neuen Form interaktiver grenzüberschreitender Besucherlehrpfade wird gearbeitet.
Das Projekt „Interaktion zwischen der Freizeitnutzung des Gebiets und den Ökosystemen im Böhmerwald“ – kurz „Stay wild Bohemia“ - wird vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung im Rahmen des Interreg-Programms gefördert. Mehr Informationen dazu gibt es auf der Nationalpark-Homepage unter: www.nationalpark-bayerischer-wald.de/forschung.
Bildunterschrift:
Forscher aus den Nationalparks Bayerischer Wald und Šumava wollen gemeinsam die Wechselwirkungen zwischen Besuchern, Wildtieren und ihren Lebensräumen erforschen. (Foto: Annette Nigl/Nationalpark Bayerischer Wald)
Weitere Informationen:
- Zum Thema Aktuell: https://www.nationalpark-bayerischer-wald.bayern.de/aktuelles/index.htm
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