Gastgeber mit Mission

Für Gäste und Heimat: Die Nationalpark-Partner vermitteln seit 20 Jahren Waldwildnis

Eintrag Nr. 31/2026
Datum:


Nationalpark Partner und Botschafter Alois Grobauer. Foto: Alois Grobauer
Nationalpark Partner und Botschafter Alois Grobauer. Foto: Alois Grobauer

Spiegelau. Sie sind Botschafter, Fürsprecher, Brückenbauer und Netzwerker. Die Rede ist von den Partner-Betrieben des Nationalparks Bayerischer Wald. Diese Partnerschaft feiert heuer ihren 20. Geburtstag. Alois Grobauer, der Vorsitzende des Vereins, gehörte 2006 zu den ersten Betrieben, die ausgezeichnet wurden und blickt nun auf die Erfolgsgeschichte zurück.

Eine Partnerschaft mit langer Tradition

Der Verein, der hinter der Idee steht und die Fäden in der Hand hält, feiert heuer seinen 20. Geburtstag. Vorsitzender Alois Grobauer blickt zurück auf die Erfolgsgeschichte. „Ja Grüß Gott, alle miteinander. Herzlich willkommen“, ruft Alois Grobauer, der hinter der Rezeption seines Panoramahotels steht, und beginnt zu winken. Die Gäste, die gerade durch die Tür kommen, erkennt er schon von weitem. Es sind Stammgäste, seit vielen Jahren verbringen sie ihren Urlaub immer wieder in Spiegelau. Nicht nur, weil sie sich bei ihrem Gastgeber so wohl fühlen. Sondern auch aus einem weiteren Grund. „Der Nationalpark hat es ihnen angetan“, berichtet Grobauer. Die Tochter der Familie war von Kindesbeinen an begeistert von dem Besucherangebot des Schutzgebietes sowie von der ursprünglichen Natur. Das ging so weit, dass sie als junge Erwachsene ihr freiwilliges ökologisches Jahr im Nationalpark gemacht hat. „Dieses Beispiel zeigt eindrucksvoll, dass das Schutzgebiet einen bleibenden Eindruck bei den Gästen hinterlässt.“

Ein starkes Netzwerk für Natur und Region

Botschafter für den Nationalpark zu sein - das ist es, was sich Alois Grobauer sowie die anderen 74 Mitglieder aus den Bereichen Beherbergung, Gastronomie, ÖPNV und Naturerlebnis-Angebote auf die Fahnen geschrieben haben. „Wir sind das Bindeglied zwischen den Gästen und dem Schutzgebiet und stehen als erster Ansprechpartner Rede und Antwort.“ Grobauer und seine Mitstreiter wollen den Touristen nicht nur die Schönheit der Natur zeigen, sondern auch ihr Bewusstsein schärfen für Nachhaltigkeit und Umweltschutz. „Vor zwanzig Jahren war Natur- und Ressourcenschutz noch nicht so im Fokus wie heute.“

Doch genauso wie die Natur, ist auch der Tourismus im steten Wandel und es ist laut Grobauer wichtig, sich kontinuierlich anzupassen. Mittlerweile merken die Gäste, dass unberührte Natur selten geworden und dadurch besonders ist. „Die Menschen suchen gezielt Ruhe und Stille in unserer grenzenlosen Waldwildnis.“ Auch Themen wie ÖPNV oder E-Mobilität werden immer stärker angefragt. Nachhaltigkeit habe sich zum Qualitätsmerkmal entwickelt. „Wenn man bei diesem Anliegen den Nationalpark als Partner im Rücken hat, ist das ein Trumpf, mit dem man wuchern kann“, ist sich Grobauer sicher.

Austausch schafft Wissen und Vertrauen

Deshalb schätzt er die Kooperation zwischen dem Nationalpark-Partner-Verein und der Nationalverwaltung sehr. „Bei den Fortbildungsterminen erhalten wir immer aktuelle Einblicke in die Infrastruktur und das Angebot des Nationalparks“, berichtet Grobauer. „Diese Infos findet der Gast in keiner App - die gibt es nur beim Gastgeber.“ Doch nicht nur davon profitiert der Urlauber. Der Verein bietet auch kostenlose Führungen für alle Gäste der Nationalpark-Partner an. „Wir sind auf dem richtigen Weg“, ist sich Grobauer sicher. Dafür spricht auch die anwachsende Zahl an Mitgliedern. „Aus einem losen Verbund der Anfangsjahre ist eine Gemeinschaft geworden, die mit einer Stimme spricht und wahrgenommen wird.“

Gemeinsam für die Zukunft der Region

Und auch in die Zukunft blickt Grobauer optimistisch – gerade, wenn alle weiterhin von der Kooperation profitieren und sich auf Augenhöhe austauschen. „Der Schutz der Heimat ist unser grundlegendes Ziel. Die Attraktivität der Region und schließlich unsere wirtschaftliche Zukunft hängen davon ab. Was wäre der Bayerische Wald ohne Wald?“ Und noch ein Anliegen hat der Vorsitzende: „Ich möchte, dass der Tourismus weiterhin ein wichtiger Bestandteil des Lebens hier in der Region ist.“ Jeder soll von den touristischen Einrichtungen der Gastgeber und des Nationalparks profitieren, Urlaubsgäste gleichermaßen wie Einheimische. „Arbeiten und leben, dort wo andere Urlaub machen – das motiviert mich.“

 

INFO: Dieser Artikel stammt aus der aktuellen Ausgabe des Nationalpark-Magazins "Unser Wilder Wald" (Herbst 2026). Das komplette Heft ist auch als PDF-Ausgabe verfügbar.

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