Nationalparkverwaltung
Bayerischer Wald

Pressemitteilung

30.03.2012
Nr. 044/12
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Luchsin Tessa starb an Gift

Die von der Nationalparkverwaltung besenderte  Luchsin Tessa wurde in der Nähe einer Ortschaft im westlichen Nationalparkvorfeld tot aufgefunden. Die Obduktion hatte zum Ergebnis: Tessa wurde vergiftet.

Die von der Nationalparkverwaltung besenderte Luchsin Tessa wurde in der Nähe einer Ortschaft im westlichen Nationalparkvorfeld tot aufgefunden. Die Obduktion hatte zum Ergebnis: Tessa wurde vergiftet.

Der 300 Meter von der toten Luchsin Tessa entfernt aufgefundene Rehbock wurde mit einem Messer im Kehlbereich aufgeschnitten und mit einem Nervengift präpariert.

Der 300 Meter von der toten Luchsin Tessa entfernt aufgefundene Rehbock wurde mit einem Messer im Kehlbereich aufgeschnitten und mit einem Nervengift präpariert.

Die am Dienstag, dem 13. März 2012 in einem Waldstück in der Nähe des Nationalparks tot aufgefundene besenderte Luchsin Tessa ist offenbar vergiftet worden. Das ergaben die inzwischen beendeten pathologischen Untersuchungen des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin.

Bei histologischen Untersuchungen wurde der Tod von Zellen an den Leberläppchen festgestellt. Dieser Befund ist typisch für Gifteinwirkung. Die drei Jahre alte Luchsin ist demnach an Atemstillstand verendet, verursacht durch die Aufnahme vergifteten Wildprets eines ca. 300 Meter entfernt gelegenen Rehkadavers. Die Auffindesituation und die Analyse der Telemetriedaten unterstützen diese Annahme. Der Rehkadaver wurde zur Untersuchung an das Zentrum Pharmakologie und Toxikologie der Universitätsmedizin in Göttingen geschickt. Der vorliegende Untersuchungsbericht bestätigt den Verdacht eines möglichen Zusammenhangs mit dem Tod der Luchsin. Ein im Hals- und Hinterleibbereich des Rehkadavers vorgefundenes Granulat befand sich auch im Magen der Luchsin und konnte eindeutig als Insektenvernichtungsmittel identifiziert werden. Dieses wirkt als Nervengift und ist bereits in geringen Dosen tödlich. In Deutschland ist seine Anwendung seit 2007 verboten. Festgestellt wurde auch, dass zum Einstreuen des Giftgranulats nach dem Tod des Rehbocks in dessen Kehlbereich Längsschnitte mit einem Messer vorgenommen wurden.

Luchse sind artenschutzrechtlich streng geschützt. Sie unterliegen zugleich dem Jagdrecht. Die Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald hat deshalb bei der Staatsanwaltschaft Deggendorf Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt. Auch die Trägergemeinschaft zur Umsetzung des Luchs-Managementplans, bestehend aus der Wildland Stiftung des bayerischen Jagdverbandes, dem Bund Naturschutz und dem Landesbund für Vogelschutz hat Anzeige erstattet.

Tessa wurde durch monatliche Zeitungsberichte in der Region bekannt. (www.luchserleben.de).

Rückfragen unter Tel. 0175 2622 764.

Rainer Pöhlmann  

Bildunterschriften:

Die von der Nationalparkverwaltung besenderte  Luchsin Tessa wurde in der Nähe einer Ortschaft im westlichen Nationalparkvorfeld tot aufgefunden. Die Obduktion hatte zum Ergebnis: Tessa wurde vergiftet. 

Der 300 Meter von der toten Luchsin Tessa entfernt aufgefundene Rehbock wurde mit einem Messer im Kehlbereich aufgeschnitten und mit einem Nervengift präpariert.

Fotos: Nationalparkverwaltung

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